Gescheiterte Übernahme durch Porsche: Investoren planen Milliardenklage gegen VW
zuletzt aktualisiert: 17.07.2010 - 18:59Frankfurt (RPO). Die gescheiterte VW-Übernahme durch Porsche könnte nun auch für den Wolfsburger Konzern ein Nachspiel haben. Mehrere Investmentfonds wollen Volkswagen auf eine Milliardensumme verklagen, da die Anleger von dem Autohersteller getäuscht worden seien.
"Wir werden Schadensersatzansprüche über 2,4 Milliarden Euro gegenüber dem VW-Konzern anmelden", sagte der Rechtsanwalt Franz Braun dem Magazin "Der Spiegel". Seine Kanzlei CLLB, die nach eigenen Angaben mehrere Dutzend Fonds vertritt, hat bereits Schadensersatzansprüche in derselben Höhe gegen die Porsche Automobil Holding angekündigt.
Braun sagte, nicht nur Porsche habe Anleger getäuscht, als das Unternehmen während der VW-Übernahme bis zum 26. Oktober 2008 bestritt, eine 75-Prozent-Mehrheit anzustreben. Auch dem VW-Konzern sei dies vorzuhalten. Sowohl der damalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking als auch Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piech seien zu diesem Zeitpunkt Mitglieder des VW-Aufsichtsrats gewesen, ihr Wissen sei also VW zuzurechnen.
Bei VW war zunächst kein Kommentar zu erhalten. Im Mai hatte VW eine Stellungnahme zu ähnlichen Vorwürfen des Rechtsanwalts gegen Piech abgelehnt. Porsche hat die Vorwürfe stets bestritten.
Investoren vor allem in den USA haben Porsche bereits wegen angeblicher Falschinformationen und Marktpreismanipulationen im Zusammenhang mit der gescheiterten Übernahme von VW in den USA auf Schadenersatz verklagt. In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft, ob bei dem Übernahmeversuch Anleger getäuscht würden. Porsche war mit seinem Vorhaben, den weit größeren VW-Konzern zu kaufen, letztlich gescheitert. Der Sportwagenhersteller gehört nun zu VW.
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