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Investoren üben Druck aus
Uber-Chef Kalanick tritt zurück

Investoren üben Druck aus: Uber-Chef Travis Kalanick tritt zurück
Travis Kalanick (Archivaufnahme). FOTO: rtr
San Francisco. Im Skandal um sexuelle Belästigung und Diskriminierungen legt der wegen seines Führungsstils umstrittene Uber-Mitbegründer Travis Kalanick seinen Chefposten nieder.

Der Schritt sei auf massiven Druck von Investoren des Fahrdienstvermittlers erfolgt, teilte ein Konzernsprecher am Mittwoch mit. "Ich liebe Uber mehr als alles andere", erklärte der 40-Jährige in einer Mail an die Mitarbeiter. "In dieser schwierigen Phase meines persönlichen Lebens habe ich der Bitte der Investoren entsprochen, Platz zu machen, damit Uber sich wieder auf das Aufbauen konzentrieren kann, statt durch einen weiteren Kampf abgelenkt zu werden."

Kalanick, der seinen Posten im Aufsichtsrat behält, hat das 2009 in San Francisco gegründete Unternehmen durch seinen streitbaren Führungsstil geformt. Der Mitfahrdienst, der inzwischen mit 68 Milliarden Dollar das wertvollste Startup-Unternehmen der Welt ist, hat weltweit die Taxibranche aufgeschreckt und insbesondere in Industrieländern zahlreiche Klagen auf sich gezogen.

Doch dieses aggressive Geschäftsgebaren hat zuletzt zu einer Reihe von Skandalen geführt - von einer Firmenkultur, die von Diskriminierung und sexueller Belästigung geprägt ist, über Ermittlungen des US-Justizministeriums wegen Verstößen gegen Regulierungsvorschriften bis hin zu einer Klage der Google-Mutter Alphabet, welche die Pläne mit selbstfahrenden Autos gefährden könnte. Uber "ist die Definition einer toxischen Führungskultur", und Kalanick "hat den Ton vorgegeben", sagte Jason Hanold von der Personalberatung Hanold Associates.

Umstrittene Firmenkultur

Uber selbst hatte eine Untersuchungskommission unter Vorsitz des früheren US-Justizministers Eric Holder eingesetzt, um die Firmenkultur unter die Lupe zu nehmen. Eine frühere Mitarbeiterin hatte im Februar öffentlich erklärt, sie sei von ihrem Vorgesetzten sexuell belästigt worden und mit ihren Beschwerden in der Personalabteilung auf taube Ohren gestoßen. Die Kommission empfahl, die Befugnisse Kalanicks einzuschränken. Kalanick nahm daraufhin vergangene Woche eine Auszeit, die er auch mit dem Tod seiner Mutter Ende Mai begründete, und in der er an seinen Führungsqualitäten arbeiten wolle. "Uber konnte aber nicht glaubhaft machen, dass es sich wirklich ändern will, solange er in den Startlöchern stand und jederzeit zurückkommen konnte", sagte Erik Gordon, Firmenexperte bei der Universität von Michigan.

Letztlich waren es einem Insider zufolge einige der wichtigsten Geldgeber, die auf eine Wende bei Uber drängten und Kalanick in einem Brief zum Rücktritt aufgefordert hatten. Der Brief wurde einem Bericht der "New York Times" zufolge in Chicago an Kalanick übergeben. Der Uber-Aufsichtsrat nannte den Rücktritt Kalanicks gegenüber Reuters "eine starke Entscheidung", die dem "Unternehmen Raum gibt, um ein neues Kapitel in seiner Geschichte aufzuschlagen".

Der Abgang des Managers hinterlässt ein weiteres Loch in der Führung des Fahrdienstvermittlers. Erst vor einer Woche musste Direktor David Bonderman nach abfälligen Äußerungen über Frauen seinen Hut mit sofortiger Wirkung nehmen. Zudem wurden 20 Mitarbeiter wegen Fehlverhaltens entlassen. Uber hat mehr als 12.000 Mitarbeiter und kooperiert mit über 1,5 Millionen Fahrern.

(REU)
 
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