Krankheitswelle durch Pestizide: iPhone-Hersteller macht Fabrik dicht
zuletzt aktualisiert: 27.07.2010 - 13:33Peking (RPO). Nach dem Skandal um eine Serie von Selbstmorden ist es beim weltgrößten Elektronikhersteller Foxconn zu einem neuen Zwischenfall gekommen: Mehr als die Hälfte aller Arbeiter eines Foxconn-Werks in Indien mussten ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Das erklärte das Unternehmen am späten Montagabend. Die Gesundheitsprobleme in dem Werk im südindischen Chennai seien wohl beim routinemäßigen Versprühen von Pestiziden am Freitag aufgetreten.
Ein Teil der Arbeiter habe danach Schwindel und Übelkeit verspürt. 250 Beschäftigte wurden demnach ins Krankenhaus eingeliefert, 28 müssen dort weiter zur Beobachtung bleiben. Das Werk soll nun etwa eine Woche geschlossen bleiben, um die Ursache der Gesundheitsprobleme zu erkunden.
Der taiwanische Konzern Foxconn hatte zuletzt wegen seiner Werke in China öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Dort nahmen sich seit Beginn des Jahres elf Mitarbeiter das Leben, drei unternahmen Selbstmordversuche. Bei einem weiteren Todesfall wird geprüft, ob es sich um einen Suizid handelte.
Arbeitsrechtler machten dafür schlechte Arbeitsbedingungen bei niedrigen Löhnen verantwortlich. Foxconn-Chef Terry Gou erklärte hingegen, keiner der Selbstmorde sei auf die Arbeit zurückzuführen gewesen. Der IT-Konzern, der unter anderem das iPhone von Apple baut und auch für eine ganze Reihe anderer namhafter Elektronikkonzerne tätig ist, kündigte dennoch eine Lohnerhöhung in China um fast 70 Prozent an.
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