36 Bildungsträger bieten rund 150 Kurse nur für das weibliche Geschlecht an: IT-Akademie: Frauen an die Maus
zuletzt aktualisiert: 22.09.2003 - 04:14Düsseldorf (rpo). Frauen haben auf vielen Berufsfelder noch immer einen schweren Stand, werden gegenüber ihren männlichen Kollegen benachteiligt. Damit das weibliche Geschlecht auf neuen Märkten und in der IT-Branche den Anschluss hält, wurde die IT-Akademie für Frauen gegründet. Sie gibt Strategie-Tipps für die richtige Aus- und Weiterbildung und vermittelt passende Lehrgänge.
„Feministinnen sind wir bestimmt nicht“, wehrt Projektleiterin Hanni Leepile naheliegende Vorurteile ab. Frauen hätten allerdings vor allem Schwierigkeiten wieder in den Beruf einzusteigen, nachdem die Kinder aus dem Haus sind. Die IT-Akademie zeigt ihnen daher Wege in verschiedene Berufsfelder auf, zum Beispiel in Programmierung, Anwendungsentwicklung, Schulung oder E-Commerce. Zudem kooperiert die vom NRW-Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr unterstützte Akademie mit 36 Trägern, die rund 150 Weiterbildungen für Frauen bereithalten.
Die Angebote richten sich aber bei weitem nicht nur an Frauen, die wieder ins Berufsleben eintauchen wollen. „Wer sich weiterbildet, kann so seine Arbeitsstelle festigen“, betont Hanni Leepile. Auch ein Aufstieg im Unternehmen sei heute mit ständiger Lernbereitschaft verbunden.
Wehalb aber überhaupt eine „Sonderbehandlung“ nur für Frauen? „Frauen lernen anders als Männer“, erklärt Hanni Leepile. Sie würden „ganzheitlich“ denken und offener kommunizieren. Zudem hätten sie zwar eine schnelle Auffassungsgabe, hätten aber oftmals Hemmungen bei Technik. In einer entsprechend „frauenfreundlichen“ Atmosphäre finden die angebotenen Lehrgänge statt.
Mann oder Frau - zurzeit haben alle Geschlechter Schwierigkeiten, einen Job zu finden. Hanni Leepile glaubt jedoch, dass bei den wenigen Neueinstellungen Frauen mit IT-Kenntnissen gute Chancen haben. Und sei es nur im „Office-Bereich“, sprich auf einer Sekretärinnen-Stelle. Frauen seinen nämlich Top organisiert und sehr belastbar. „Außerdem kommunizieren sie mit viel Feingefühl“, sagt Hanni Leepile. Das würde bei Kollegen und Kunden sehr gut ankommen.
Den „weiblichen Feinschliff“ können sich übrigens auch Männer an der IT-Akademie holen. Aber nur, wenn sie lange Zeit zu Hause die Kinder betreut haben und nun wieder arbeiten wollen. Hanni Leepile nennt sie ihre „Quotenmänner“.
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