Mindestlohn: IW-Institut spricht sich für allgemeine Einführung aus
zuletzt aktualisiert: 20.01.2008 - 13:16Berlin (RPO). Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat sich für eine flächendeckende Einführung des Mindestlohns ausgesprochen. Nur branchenspezifische Lösungen seien nicht sinnvoll. Als Lohnuntergrenze werden fünf Euro pro Stunde vorgeschlagen.
"Ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn wäre dem Flickenteppich, den wir jetzt bekommen, eindeutig vorzuziehen", sagte Tarifexperte Hagen Lesch vom arbeitgebernahen IW dem "Tagesspiegel am Sonntag". Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) plant, in möglichst vielen Branchen eigene Lohnuntergrenzen einzuführen. Als angemessene Höhe für einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn schlägt Lesch etwa fünf Euro pro Stunde vor.
Dem Tarifexperten zufolge hätte eine geregelte Lohnuntergrenze weitere Vorteile. "Durch einen gesetzlichen Mindestlohn bildet sich eine Norm heraus, die aus moralischen Gründen einfach nicht unterschritten wird", sagte er. Verstöße kämen bei einem allgemeinen Mindestlohn daher seltener vor als bei branchenspezifischen Untergrenzen.
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