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Finanzkrise: IWF erwartet bis zu einer Billion Dollar Verluste

zuletzt aktualisiert: 08.04.2008 - 20:31

Washington (RPO). In Folge der US-Hypothekenkrise erwarter der internationale Währungsfonds (IWF) Verluste von bis zu knapp einer Billionen Dollar für die weltweite Finanzbranche. Das erklärte die IWF am Dienstag. Bisher war nur von 600 Milliarden Dallar die Rede. 

Der IWF erklärte in seinem am Dienstag in Washington veröffentlichten Bericht zur Stabilität des Finanzsystems, die Kreditkrise habe sich in den vergangenen sechs Monaten verschärft und bedrohe das Wirtschaftswachstum.

Obwohl die Notenbanken mehrfach - auch am Dienstag wieder - Geld in den Markt gepumpt hätten, stünden die Finanzmärkte weiter unter Druck. Zugleich habe sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt.

Rechtsvorschriften, Aufsichtsbehörden und die internen Risikomanagementsysteme der Privatunternehmen, "alle hinkten hinter den schnelle Innovationen" der Finanzbranche her. Dies habe dazu geführt, dass die Marktteilnehmer "exzessive Risiken" eingegangen seien, analysierte der IWF.

Sinkt die Konjunkturprognose noch weiter?

Der Währungsfonds empfahl unter anderem, die Aufsicht über den Finanzbereich stärker zu vereinheitlichen. Der IWF veröffentlichte seine überarbeitete Analyse zur Stabilität des Finanzsystems einige Tage vor Beginn seiner Frühjahrstagung am Wochenende in Washington. Allgemein wird damit gerechnet, dass der 185 Mitgliedstaaten zählende Währungsfonds seine Konjunkturprognose für dieses Jahr deutlich senken wird.

Berichten zufolge erwartet der IWF, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession rutscht. Laut dem Entwurf für die Frühjahrstagung wurde die bisherige Wachstumserwartung für dieses Jahr dem Blatt zufolge dramatisch von eineinhalb auf nur noch ein halbes Prozent herabgesetzt. Auch für Deutschland korrigierte der IWF seine Prognose von 1,5 auf 1,2 Prozent.

US-Notenbank stellt Miliarden zur Verfügung

Unterdessen pumpte die US-Notenbank am Dienstag erneut Milliarden in den Finanzmarkt. Bei der Auktion, der mittlerweile neunten seit Dezember, können Banken für einen Teil der insgesamt offerierten 50 Milliarden Dollar (32 Milliarden Euro) bieten, wie die Federal Reserve mitteilte. Für diese Auktion zahlen die Banken einen Zinssatz von 2,820 Prozent. Seit Dezember hat die Federal Reserve damit insgesamt 310 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt.

Fed tut dies mit gutem Grund: Sie sieht die Wirtschaft der Vereinigten Staaten in der Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt der USA werde in den ersten beiden Quartalen 2008 "schrumpfen" und in der zweiten Jahreshälfte dann langsam wieder wachsen, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Abschlussprotokoll einer Fed-Sitzung vom 18. März. Einige der Fed-Experten erwarten der Niederschrift zufolge sogar eine "ernste und andauernde" Konjunkturdelle.

Sollte die Vorhersage der Zentralbanker eintreffen, wäre die gängige Definition für eine Rezession erfüllt: Die meisten Fachleute sprechen dann von Rezession, wenn die Wirtschaft eines Landes in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft. Fed-Chef Ben Bernanke hatte vergangenen Woche vor dem US-Kongress erstmals eingeräumt, dass eine Rezession im ersten Halbjahr möglich sei.

Quelle: ap

 
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