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Jede dritte Klinik in den roten Zahlen
  Foto: dpa, Philipp Schulze
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Mehr Gelder gefordert: Jede dritte Klinik in den roten Zahlen

zuletzt aktualisiert: 16.01.2013 - 07:09

Düsseldorf (RPO). Rund 18 Millionen mal gehen die Bundesbürger pro Jahr ins Krankenhaus - sie kommen vielfach in Häuser unter finanziellem Druck. Die Kliniken fordern mehr Geld. Die AOK mahnt Reformen an.

Eine von drei Kliniken in Deutschland hat zuletzt rote Zahlen geschrieben. Verluste gab es nach den jüngsten Zahlen im Jahr 2011 bei genau 31 Prozent der Häuser. Das ist das Ergebnis des neuen Krankenhaus Barometers des Deutschen Krankenhausinstituts, das der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin vorliegt. Im Jahr davor wiesen nur 21 Prozent der Häuser einen Jahresfehlbetrag auf.

Insgesamt habe sich die wirtschaftliche Lage in den deutschen Krankenhäusern in den letzten beiden Jahren spürbar verschlechtert, teilte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ergänzend mit.

Fast 60 Prozent der Kliniken verzeichneten der Studie zufolge ein rückläufiges Geschäftsergebnis. Das Krankenhausinstitut führt jährlich Repräsentativbefragung in den deutschen Kliniken durch.

Reformen auf dem Kliniksektor gefordert

Ihre wirtschaftliche Lage schätzte im vergangenen Jahr nur gut ein Viertel der Kliniken als gut ein. Noch pessimistischer seien die Erwartungen der Krankenhäuser für 2013: Nur 22 Prozent erwarten eine Verbesserung, fast 40 Prozent eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation. Als Grund nennt die DKG vom Gesetzgeber gewollten milliardenschweren Kürzungen sowie hohe Personal-, Energie- und Sachkostensteigerungen.

Die Krankenhäuser werfen den Krankenkassen Zahlungsverzögerungen und -verweigerungen vor. "Zwei Drittel aller Krankenhäuser in Deutschland sind davon regelmäßig betroffen", so die DKG. So seien Außenstände von 1,1 Milliarden Euro zusammengekommen. Die Kliniken forderten die Koalition auf, den Krankenhäusern finanziell zu helfen.

Die AOK sprach sich hingegen für Reformen auf dem Kliniksektor aus. Das Krankenhaus-Finanzierungssystem sei völlig aus dem Gleichgewicht geraten, sagte Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes der dpa. "Es fehlen in Deutschland eine bedarfsorientierte Krankenhausplanung und ein wettbewerbliches Vertragssystem zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen."

Auch Gesundheitsrisiken für Krankenhauspatienten nähmen deshalb zu. Die Planung müsse sich am Bedarf der Versicherten orientieren.

Quelle: dpa/csr

 
 
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