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Mobilfunk-Konzern
Vodafone-Chef Schulte-Bockum wirft hin

Jens Schulte-Bockum wird Vodafone am Quartalsende verlassen
Jens Schulte-Bockum wird nicht länger Chef von Vodafone ein. FOTO: Endermann
Exklusiv | Düsseldorf. Jens Schulte-Bockum, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Vodafone Deutschland, wird das Unternehmen Ende des Quartals verlassen. Dies erfuhr unsere Redaktion aus gut informierten Kreisen. Von Reinhard Kowalewsky

Hintergrund ist, dass das Unternehmen bei seinem Aufholrennen gegenüber der Deutschen Telekom weniger schnell vorankam, als der Mutterkonzern in London gehofft hatte. Das Unternehmen verkündet heute die Bilanz für Deutschland und weltweit.

In einer Vodafone-internen Mail räumt Schulte-Bockum ein: "In den vergangenen Monaten wurde mir jedoch zunehmend klar, dass ich meinen Kurs der nachhaltigen Verbesserung des Unternehmens nicht umfassend umsetzen kann. Für mich ist es an der Zeit, mich Neuem zuzuwenden." Für eine Übergangszeit werde er die Geschäfte aber noch weiterführen. Vodafone-Welt-Chef Vittorio Colao dankte dem Manager für seine Arbeit. Schulte-Bockum, Jahrgang 1966, ist seit Oktober 2012 Chef der Düsseldorfer Vodafone Deutschland.

Quartalszahlen enttäuschen Anleger

Nach fast drei Jahren sinkender Umsätze ist das Unternehmen auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Im abgelaufenen Quartal stiegen die sogenannten Service-Erlöse, bei denen Subventionen für Geräte herausgerechnet sind, um 0,1 Prozent, wie der Deutsche-Telekom-Rivale am Dienstag mitteilte. Dies gehe vor allem auf Verbesserungen in wichtigen europäischen Märkten und die Nachfrage nach dem Mobilfunkstandard 4G zurück.

In den zehn vorangegangenen Quartalen hatte die in der Branche wichtige Kennziffer Rückgänge verbucht. Im Gesamtjahr sanken die Service-Erlöse allerdings um 1,6 Prozent auf 38,5 Milliarden Pfund (53,6 Milliarden Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern (Ebitda) ging im abgelaufenen Geschäftsjahr im Kerngeschäft um knapp sieben Prozent auf 11,9 Milliarden Pfund zurück. Nach sieben Jahren mit Rückgängen sieht der weltweit zweitgrößte Mobilfunkanbieter nach China Mobile allerdings den Weg für eine Stabilisierung der Gewinne geebnet.

Für das Geschäftsjahr 2015/2016 rechnet Vodafone mit einem Ergebnis im Kerngeschäft zwischen 11,5 Milliarden und zwölf Milliarden Pfund (16,6 Milliarden Euro). Den Briten machten jahrelang vor allem zurückgehende Ausgaben der Verbraucher für die Handy-Nutzung auf europäischen Märkten sowie regulatorische Preissenkungen zu schaffen. Anleger zeigten sich von den Zahlen enttäuscht. Vodafone-Aktien gaben zu Handelsbeginn rund 1,5 Prozent nach.

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