GM-Sanierungsplan: Job-Abbau bei Opel geringer als angekündigt
zuletzt aktualisiert: 02.12.2009 - 19:58Düsseldorf (RPO). Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) plant offenbar einen geringeren Job-Abbau als bislang angekündigt. Laut einem Medienbericht kalkuliere GM mit einem Jobabbau von 8313 Stellen europaweit, das sind etwa 700 weniger als bislang angekündigt.
Laut dem streng vertraulichen Restrukturierungsplan, den GM am Montagabend beim Bundeswirtschaftsministerium eingereicht hatte, auf den sich das "Handelsblatt" beruft, stehen im Stammwerk Rüsselsheim gut 2300 Stellen in Produktion, Verwaltung und in der Entwicklung auf der Kippe.
Das Werk Bochum müsse um 1799 Stellen bangen und Eisenach und Kaiserslautern um jeweils etwa 300 Jobs in der Produktion. Bisher hatte der neue Opel-Interimschef Nick Reilly von rund 9000 Stellen gesprochen, die abgebaut werden müssten, mindestens die Hälfte davon in Deutschland.
Bochum produziert Zafira
Das Werk Bochum solle demnach die Produktion des Vans Zafira erhalten, Rüsselsheim neben dem Mittelklassewagen Insignia auch eine Version des Astra bekommen und Eisenach den nächsten Corsa im Dreischichtbetrieb fertigen, berichtet die Zeitung.
In dem Konzept verspricht GM zudem erstmals, Staatshilfen bis 2014 zurückzuzahlen. Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will GM für die Sanierung von Opel lediglich 600 Millionen Euro eigenes Geld einsetzen. Die übrigen 2,7 Milliarden Euro sollen die europäischen Steuerzahler aufbringen.
Rückkehr in die Gewinnzone ab 2011 geplant
Dem GM-Plan zufolge werde Opel im kommenden Jahr noch einmal einen operativen Verlust von rund 1,3 Milliarden Dollar (862 Milliarden Euro) einfahren, bevor das Unternehmen 2011 zurück in die Gewinnzone kehre, schreibt die Zeitung.
Neben einem fest eingeplanten Sparbeitrag der Arbeitnehmer in Höhe von 265 Millionen Euro jährlich rechnet GM im Rahmen der Restrukturierung auch mit einer deutlichen Verbesserung bei den Herstellungskosten. Sie sollen nach den internen Planungen pro Fahrzeug bis 2014 um mehr als 600 Dollar (knapp 400 Euro) sinken. Auch der Break-even des Unternehmen solle durch eine deutliche Reduzierung der Strukturkosten um 20 Prozent niedriger liegen als bisher.
Abgang von GM-Chef Henderson verunsichert Opelaner
Nach dem plötzlichen Abgang von GM-Chef Fritz Henderson herrscht in Rüsselsheim und Berlin Unsicherheit über den künftigen Kurs von Opel. Bis ein Nachfolger gefunden ist, nimmt mit GM-Verwaltungsratschef Ed Whitacre vorübergehend ein harter Sanierer auf dem GM-Chefsessel Platz.
Von ihm erwarten Experten eine schärfere Gangart beim Umbau von Opel. Ob GM dabei auch auf Staatshilfen aus Deutschland zählen kann, ist weiter offen: Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) bemängelte am Mittwoch die Konzeptlosigkeit von GM für die Zukunft der europäischen Tochter.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.

