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NRW-Umweltminister Remmel
"Bayer wird sich das schlechte Image von Monsanto kaufen"

Johannes Remmel: Bayer wird schlechtes Image von Monsanto kaufen
Johannes Remmel (Grüne) auf einem Archivbild aus dem April 2016. FOTO: dpa, mku cul
Düsseldorf. Was würde eine Monsanto-Übernahme durch Bayer für die Bauern in Nordrhein-Westfalen bedeuten? Wir haben mit NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) über den Deal gesprochen. Von Antje Höning

Was halten Sie von der geplanten Übernahme? Monsanto hat ein denkbar schlechtes Image.

Johannes Remmel: Ich bin nicht der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, sondern Minister hier in NRW. Daher kann ich diese Unternehmensentscheidung finanziell nicht abschließend bewerten. Allerdings haben die Bayer-Aktien auf das Bekanntwerden der Übernahmepläne vor gut einer Woche ja mit einem Kurssturz reagiert. Offenbar halten die Märkte wenig von dieser Transaktion. Das war bei anderen Übernahmen von Bayer noch anders.

Ist es gut, wenn ein NRW-Konzern zum großen Gentechnik-Riesen aufsteigt?

Remmel: Wenn der Bayer-Konzern die Fehl-Entwicklungen bei Monsanto stoppen und das gemeinsame Unternehmen zu einer ökologischen und nachhaltigen Vorzeigefirma machen will, dann wäre das sicherlich zu begrüßen. Ansonsten bin ich mich sicher, dass sich die Führung der Bayer AG sicherlich darüber im Klaren ist, dass sie das negative Image und die gesellschaftlichen Probleme von Monsanto mit einkaufen wird. Ich sehe darüber hinaus aber noch nicht, welchen Vorteil eine solche Übernahme für den Standort NRW hätte, denn es wird sicherlich zu einem Arbeitsplatzabbau, Verlagerung von Zuständigkeiten oder ganzen Abteilungen kommen. Das hat Bayer ja nach der Übernahme von Schering auch praktiziert und Teile ausgelagert, anstatt in Deutschland zu belassen.

Was bedeutet die Fusion für die Bauern?

Remmel: Ein solch großes Unternehmen, das den Markt faktisch dominiert, würde wie ein Düsenantrieb den Umbruch in der Landwirtschaft weiter forcieren, zum Nachteil der familiengeführten Betriebe und damit der ländlichen Räume nicht nur in NRW. Das hätte mit freier Marktwirtschaft nicht mehr viel zu tun. Daher bin ich gespannt, wie die Kartellbehörden die Übernahme bewerten und welche Konsequenzen sie ziehen. Aus agrarpolitischer Sicht wäre der Monsanto-Kauf durch Bayer kontraproduktiv.

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