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Bear Stearns: JPMorgan rettet Investmentbank vor Kollaps

zuletzt aktualisiert: 17.03.2008 - 06:07

New York (RPO). Die US-Bank JPMorgan Chase übernimmt die Investmentbank Bear Stearns zum Preis von 236,2 Millionen Dollar (151,8 Millionen Euro). Mit dem Kauf für zwei Dollar je Aktie soll der drohende Konkurs von Bear Stearns verhindert werden. Der Kaufpreis entspricht nur 93,3 Prozent der Marktkapitalisierung zum Kurs vom Freitag.

Die US-Notenbank und die Regierung billigten die Übernahme unmittelbar im Anschluss an die Entscheidung am Sonntagabend. Die Fed unterstützt die JPMorgan Chase bei der Finanzierung der Übernahme. Ein Zusammenbruch von Bear Stearns hätte die Unsicherheit an den Finanzmärkten weiter verstärkt, was die Regierung unbedingt verhindern wollte.

Aus Sorge vor einer Ausweitung der Finanzkrise senkte die Fed zum Beginn der neuen Handelswoche außerdem den Diskontsatz. Der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der Federal Reserve Liquidität verschaffen können, wurde von 3,50 Prozent auf 3,25 Prozent gesenkt, wie die Fed am Sonntag mitteilte. Zudem können große Banken und andere wichtige Finanzmakler ab sofort Darlehen erhalten. Damit sollten Liquidität und Funktionsfähigkeit der Märkte gewährleistet werden, erklärte die Fed.

Die Zeitung "Wall Street Journal" hatte am Sonntag auf ihrer Website berichtet, die Übernahmeverhandlungen zwischen JPMorgan Chase und Bear Stearns sollten noch vor Handelsbeginn an den asiatischen Börsen am Montag abgeschlossen sein, um eine Ausweitung der Vertrauenskrise auf das internationale Finanzsystem zu vermeiden. Diese Hoffnung erfüllte sich nur in Maßen. Die Börse in Hongkong öffnete am Morgen mit einem Minus von 4,1 Prozent.

Der Finanzvorstand von JPMorgan, Michael Cavanaugh, machte am Sonntag keine Angaben zu der Frage, was jetzt mit dem 14.000 Beschäftigten von Bear Stearns passiert. Ebenso wurde nicht erklärt, ob der Name des Instituts erhalten bleiben soll. In einer Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren sagte Cavanaugh, die Bank sei vor allem am Investmentgeschäft mit großen Anlegern wie Hedge Funds interessiert.

Bear Stearns ist das jüngste Opfer der Immoblilienkrise in den USA. Wegen riskanter Geschäfte mit Hypothekenpapieren geriet die fünftgrößte Investmentbank der USA in eine Schieflage. Bislang mussten die Banken weltweit rund 200 Milliarden Dollar (128,5 Milliarden Euro) wegen solcher Verluste abschreiben.

Quelle: ap

 
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