Rohkaffeepreise steigen weiter: Kaffee wird für Verbraucher immer teurer
VON MIRIAM SCHUMACHER - zuletzt aktualisiert: 27.02.2011 - 13:29Düsseldorf (RPO). Für ihr geliebtes Heißgetränk müssen Deutsche immer tiefer in die Tasche greifen. Der Rohstoff wird teurer und Schuld daran ist unter anderem die gesteigerte Nachfrage weltweit, aber vor allem auch in den asiatischen Ländern. Außerdem kommen schlechte Ernten hinzu, die die Preise ebenfalls deutlich in die Höhe treiben.
Doch wer denkt, die erhöhten Preise kommen den Bauern zugute, der täuscht sich. Es sind vor allem die Zwischenhändler, die an den steigenden Kaffeepreisen verdienen und profitieren. Weil die Anzahl der potentiellen Käufer weiter steigt, kann Kaffee deutlich teurer verkauft werden, vor allem wenn die Ernte schlecht ausgefallen ist.
Verschiedenste Faktoren wie beispielsweise der internationale Kaffeeverbrauch, klimatische Umstände und die damit verbundene Qualität der Ernte, politische Umstände in den Anbauländern sowie Spekulationen an den Terminbörsen haben einen Einfluss auf die Entwicklung des Kaffeepreises.
Deutsche lieben Kaffee
Kaffee ist nach wie vor das beliebteste Getränk der Deutschen. Der Deutsche Kaffeeverband e.V. führt eine Liste des Pro-Kopf-Verbrauchs von Kaffee in Deutschland und anderen Ländern. Rund 150 Liter des Heißgetränks wird im Durchschnitt jährlich von einem Bundesbürger getrunken. Die Tendenz steigt weiterhin, auch wenn die Preise steigen.
Holger Preibisch ist der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes. Ihm zufolge stieg der Kaffeeverbrauch im Jahr 2009 noch einmal drastisch an: „Deutschland ist ein Kaffeeland. Dies zeigt allein die Steigerung im Kaffeekonsum um 1,3 Milliarden Tassen Kaffee im Vergleich zum Vorjahr.“
Weil Kaffee so gut schmeckt, importieren auch andere Länder, vor allem in Asien, deutlich mehr Kaffee als in den Vorjahren. "Kaffee ist ein bedeutendes Welthandelsgut, ein Getränk von internationaler Bedeutung und für viele Länder eine wichtige Einnahmequelle", so der Deutsche Kaffeeverband.
Regionale Kaffeeröster
Die privaten Kaffeeröster bekommen die Auswirkungen der steigenden Rohpreise ebenfalls zu spüren. "Das ist eine Sache, mit der ich momentan stark zu kämpfen habe" erklärt Tamas Fejer, Inhaber der "Kaffeeschmiede" in Düsseldorf. Die Rohpreise für seinen Qualitätskaffee hätten sich sich fast verdoppelt, berichtet der Kaffeeröster.
Momentan kann Fejer seinen Kaffee noch zu alten Preisen verkaufen, da er den aktuellen Vorrat noch vor der Preiserhöhung erstanden hat. In einigen Wochen stehe aber der Neukauf an, so Fejer, und dann wird auch er seine Preise für die Kunden erhöhen müssen.
Angst vor größerer Konkurrenz wegen der steigenden Kaffeepreise hat der Privatröster allerdings nicht. "Ich biete sowohl preislich als auch qualitativ eine andere Klasse an als die großen Industriehersteller", erklärt er. Außerdem sei der Einkauf in der Rösterei eine bewusste Entscheidung seiner Kunden, also werden diese auch bei einer entsprechenden Preiserhöhung nicht auf gewöhnlichen Supermarkt-Kaffee umsteigen.
Von der Frucht zum Heißgetränk
Wie kommt der Kaffee in die Tasse? Nachdem die Kaffeefrucht geerntet, aufbereitet und weiterverarbeitet wurde, wird der Rohkaffee in die jeweiligen Konsumländer transportiert und dort gelagert oder direkt zu dem verarbeitenden Betrieb gebracht. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Art des Handels von Kaffee. Meist verkauft ein Importeur als Zwischenhändler den Kaffee an den Verarbeiter weiter.
Auf der Internetseite des Deutschen Kaffeeverbandes heißt es: "Zur Preisgestaltung des Kaffees ist die Börsennotierung ein nicht unbedeutender Faktor. Kaffee wird je nach Sorte an der New Yorker bzw. Londoner Börse gehandelt.“
Bei der Gesamtproduktionen fallen fast 99% auf die beiden Haupt-Kaffeearten Arabica und Robusta. Noch vor Vietnam und Kolumbien ist Brasilien seit Jahren der wichtigste und größte Kaffeelieferant des Weltmarktes.
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