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Für Donnerstag geplant
Edeka und Rewe wollen Kaiser's-Tengelmann-Verträge unterschreiben

Kaiser's Tengelmann: Edeka und Rewe unterzeichnen Verträge
Viele Mitarbeiter der Kette warten auf die Unterzeichnung der Verträge. FOTO: dpa, lim nic fpt
Mülheim/Ruhr. Nach zwei Jahren Übernahmekampf um Kaiser's Tengelmann wollen die Handelsriesen Edeka und Rewe nun zur Tat schreiten: An diesem Donnerstag wollen sie offenbar die Verträge zur Aufteilung der Supermarktkette unterzeichnen.

Der Plan zur Unterzeichnung verlautete aus Verhandlungskreisen. Unmittelbar nach der Unterzeichnung der Verträge werde Rewe die Beschwerde gegen die Ministererlaubnis zurückziehen und damit den Weg für den Vollzug der Übernahme freimachen, bekräftigte Rewe-Chef Alain Caparros am Mittwoch. Für die 15.000 Kaiser's-Tengelmann-Beschäftigten bedeutet der Vollzug der Ministererlaubnis eine fünfjährige Arbeitplatzgarantie.

Verträge mussten erst noch geprüft werden

Nach Angaben von Verdi-Chef Frank Bsirske müssen die Handelsriesen aufgrund der Vorgaben der Ministererlaubnis sogar neue Mitarbeiter einstellen. "Vereinbart ist, dass sie auf den Beschäftigtenstand von Ende 2015 zurückkehren", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske. Das bedeute rund 700 Arbeitsplätze mehr, als es derzeit in Filialen und Zentralen gibt. Denn während des Übernahmekampfes war die Mitarbeiterzahl reduziert worden.

Edeka und Rewe hatten sich bereits in der vergangenen Woche auf unterschriftsreife Verträge geeinigt. Doch mussten diese zunächst noch vom Bundeswirtschaftsministerium geprüft werden. Die Vereinbarungen sehen vor, dass Edeka zunächst die noch etwa 400 Kaiser's-Tengelmann-Filialen komplett übernimmt, dann aber mehr als 60 Geschäfte - vor allem in Berlin - an Rewe weiterreicht.

Bundeskartellamt hatte sich quergestellt

Rewe-Chef-Caparros betonte, mit dem nun erzielten Kompromiss habe der Kölner Handelsriese insbesondere in Berlin seine Marktposition langfristig sichern können. Insgesamt übernimmt Rewe nach Angaben des Managers mit den Läden auch 3100 Kaiser's-Tengelmann-Mitarbeiter.

Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub hatte vor zwei Jahren beschlossen, die tiefrote Zahlen schreibende Supermarktkette an Edeka zu verkaufen. Der Plan stieß jedoch bei Wettbewerbshütern auf heftigen Widerstand. Sie befürchteten durch einen Verkauf der Kette ausgerechnet an den Marktführer Edeka weniger Wettbewerb und steigende Preise im deutschen Lebensmittelhandel. Im April 2015 untersagte das Bundeskartellamt deshalb den Zusammenschluss.

Alt-Kanzler Schröder hatte vermittelt

Zwar gelang es Tengelmann und Edeka nach monatelangem Ringen, das Veto der Wettbewerbshüter durch eine Ministererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auszuhebeln. Doch wurde die Ausnahmegenehmigung im Juli vom Oberlandesgericht Düsseldorf auf Antrag von Rewe sowie der Wettbewerber Markant und Norma, die mittlerweile ihre Klage zurückgezogen haben, gestoppt.

Erst unter Vermittlung von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD)
gelang es den Konzernen in den vergangenen Wochen, einen Kompromiss zu erzielen.

(isw/lnw)
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