| 09.55 Uhr

Mülheim/Ruhr
Monopolkommission lehnt Kaiser's-Übernahme ab

Kaiser's Tengelmann: Übernahmepläne von Edeka scheinen zu platzen
FOTO: dpa, rwe lof
Mülheim/Ruhr. Das Gutachten gilt als Vorentscheidung im Edeka-Tengelmann-Deal. Verdi sieht Tengelmann in der Verantwortung.

Schon drei Wochen vor der offiziellen Entscheidung über die beantragte Ministererlaubnis in Sachen Kaiser's Tengelmann scheinen die Übernahmepläne der Edeka-Gruppe endgültig geplatzt zu sein. Denn nach dem Bundeskartellamt hat sich auch die Monopolkommission in einem Sondergutachten gegen die Pläne von Edeka gestellt, der Tengelmann-Gruppe 451 Supermärkte abzukaufen. Zwar hat die Empfehlung der Monopolkommission keine bindende Wirkung, aber üblicherweise hält sich das Bundeswirtschaftsministerium an die Meinung der Kommission. Die Entscheidung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wird für Ende des Monats erwartet.

Die Argumentation der Gutachter ähnelt der des Kartellamtes. Die von den beiden Unternehmen in Aussicht gestellten Vorteile für das Gemeinwohl könnten die durch die Fusion zu erwartenden Wettbewerbsbeschränkungen nicht aufwiegen, urteilte die Kommission. Dies gilt nach ihrer Meinung auch für den im Falle eines Scheiterns der Fusion drohenden Stellenabbau bei Kaiser's Tengelmann."Es bestünde auch im Fall einer Gesamtübernahme durch Edeka ein Bedarf für Restrukturierungen, die zum Abbau von Arbeitsplätzen führen würden", erklärte Daniel Zimmer, der Vorsitzende der Kommission. Tengelmann-Chef Karl Erivan Haub hat schon mehrfach gesagt, dass der Konzern die Supermärkte nicht mehr profitabel betreiben könne und ohne Übernahme durch die Edeka eine Zerschlagung drohe. Kaiser's Tengelmann beschäftigt gegenwärtig etwa 16 000 Mitarbeiter.

Sowohl Tengelmann als auch Edeka wollten sich gestern zu dem Gutachten der Monopolkommission nicht äußern. Die Gewerkschaft Verdi sieht Tengelmann in der Verantwortung: "Die Stellungnahme der Monopolkommission ist ein klares Zeichen an Herrn Haub, Verantwortung für die Zukunft der Beschäftigten zu übernehmen, die Kaiser's Tengelmann groß gemacht und mit rund 35 Millionen Euro Gehaltsverzicht einen Teil zur Sanierung des Unternehmens geleistet haben", erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Sie forderte einen "runden Tisch, zu dem die Politik einlädt".

(gw)
 
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