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Kaiser's Tengelmann will in NRW 80 Supermärkte schließen

Kaiser's Tengelmann will in NRW 80 Supermärkte schließen
FOTO: dpa
Berlin. In der Hängepartie um die Übernahme durch Edeka werden die Pläne zur Schließung vieler Filialen von Kaiser's Tengelmann konkreter. Neben Berlin und Bayern trifft es vor allem NRW: 80 Supermärkte stehen auf der Streichliste.

Die "Bild am Sonntag" zitierte aus "internen Dokumenten", nachdem Kaiser's Tengelmann im laufenden Geschäftsjahr bis Ende Oktober 90 Millionen Euro Verlust macht. Die "BamS" zitierte aus einem Brief von Geschäftsführer Raimund Luig an den Chef der Tengelmann-Gruppe, Karl-Erivan Haub, wonach der Umsatz um 13,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückging, "zuletzt mit stark zunehmender Tendenz". Nach dem bislang gescheiterten Verkauf an Edeka sei "aus heutiger Sicht eine ordnungsgemäße Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs" nicht mehr zu garantieren.

Die "internen Dokumente", aus denen das Blatt berichtete, listen 34 Supermärkte in Nordrhein-Westfalen auf, die nicht mehr zu retten seien. 16 seien bereits im Laufe dieses Jahres geschlossen worden.

Betroffen von den Schließungsplänen wären Filialen in Aachen, Bad Honnef, Bergisch Gladbach, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Essen, Euskirchen, Iserlohn, Jülich, Kaarst, Köln, Königswinter, Krefeld, Langenfeld, Leichlingen, Linz, Meerbusch, Monheim, Mönchengladbach, Mülheim/Ruhr, Nettetal, Neuss, Oberhausen, Schwalmtal, Siegburg, Solingen, Viersen, Wesseling, Willich, Wuppertal und Würselen.

Auf einer weiteren Liste stünden 46 Filialen, die Edeka übernehmen und unter seiner Discounter-Marke Netto weiterführen wollte. Doch auch sie sollen nun laut "BamS" in den kommenden Monaten dichtgemacht werden. Betroffen seien 3000 von 4000 Angestellten in Nordrhein-Westfalen.

Kaiser's Tengelmann schreibt seit dem Jahr 2000 rote Zahlen. Die Tengelmann-Gruppe als Eigentümer will sich deshalb von der Kette trennen. Bereits vor zwei Jahren wurde ein Kaufvertrag mit dem Marktführer Edeka ausgehandelt. Doch das Geschäft liegt auf Eis, weil das Oberlandesgericht Düsseldorf in einem Eilverfahren die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erteilte Sondererlaubnis vorläufig gestoppt hat.

Der Bundesgerichtshof will am 15. November eine Entscheidung über die Beschwerden der Handelsketten und des Ministeriums gegen das Vorgehen des Düsseldorfer Gerichts treffen.

Angesichts des juristischen Tauziehens werde Tengelmann-Chef Haub bei der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am kommenden Freitag seinen Plan vorstellen, Kaiser's Tengelmann zu zerschlagen, berichtete die "BamS". Damit hatte Haub bereits mehrfach gedroht.

(AFP)
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