3,3-Milliarden-Dollar-Paket für US-Autobauer: Kanada hilft Chrysler und General Motors mit Krediten
zuletzt aktualisiert: 21.12.2008 - 08:35Montréal (RPO). Nun bekommen die großen Autobauer in den USA auch Hilfe aus dem Ausland: Nach den USA greift auch Kanada den angeschlagenen Konzernen General Motors (GM) und Chrysler mit Milliardenhilfen unter die Arme. 3,3 Milliarden US-Dollar soll es für die beiden Firmen geben.
Premierminister Stephen Harper kündigte am Samstag ein Hilfspaket in Höhe von 3,3 Milliarden US-Dollar (2,37 Milliarden Euro) für die Niederlassungen der beiden US-Konzerne in seinem Land an. Die USA hatten den Autobauern zuvor bereits 13,4 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.
Kanada und die Provinz Ontario stellen GM einen Kredit von 2,5 Milliarden Dollar zur Verfügung, wie Harper und der Regierungschef von Ontario, Dalton McGuinty, in Toronto mitteilten. Chrysler erhält demnach 824 Millionen Dollar. Zusammen entspreche dies dem kanadischen Anteil von 20 Prozent an der Auto-Produktion in Nordamerika. Das kanadische Hilfspaket beinhaltet außerdem Hilfen für Zulieferbetriebe und ein Kreditprogramm für Autokäufer. Es sei ein "bedauerlicher, aber notweniger Schritt" zum Schutz der kanadischen Wirtschaft, sagte Harper. Außergewöhnliche Umstände erforderten außergewöhnliche Maßnahmen.
Der Regierungschef hatte bereits am Donnerstag das Hilfspaket angekündigt, mit dem eine Verlegung der Produktion von Kanada in die USA verhindert werden soll. Laut einer diese Woche veröffentlichten Studie sind in den Autowerken und bei ihren Zulieferern in Kanada rund 219.000 Menschen beschäftigt. Für Ontarios Wirtschaft ist die Autoindustrie lebenswichtig.
Der Chef von GM in Kanada, Arturo Elias, begrüßte den Plan. Das Rettungspaket sende ein "wichtiges Signal der Stabilität" aus. Der Präsident der kanadischen Autobauer-Gewerkschaft, Ken Lewenza, sprach von einer "sehr vernünftigen Entscheidung". Der dritte große US-Autokonzern, Ford, benötigt nach eigenen Angaben keine kurzfristige Hilfe, lobte aber das schnelle und abgestimmte Handeln der kanadischen Regierung. Es müsse jedoch noch mehr getan werden, um für langfristiges und nachhaltiges Wachstum in der Autoindustrie zu sorgen.
Der scheidende US-Präsident George W. Bush hatte am Freitag einen Rettungsplan vorgestellt, der die beiden Autokonzerne GM und Chrysler vor der drohenden Pleite bewahren soll. GM bekommt demnach vom 29. Dezember an einen Nothilfekredit von 9,4 Milliarden Dollar, Chrysler erhält vier Milliarden Dollar. Abhängig von einer Entscheidung des Kongresses könnte GM im Februar weitere vier Milliarden Dollar bekommen.
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