Bericht des "Handelsblatt": Kapitalerhöhung bringt Lufthansa nur Mindestsumme
zuletzt aktualisiert: 01.06.2004 - 11:13Frankfurt/Main (rpo). Die Kapitalerhöhung der Deutschen Lufthansa wird nicht ganz so ausgehen, wie es sich die Kranich-Airline erhofft. Das Unternehmen werde daraus lediglich die angestrebte Mindestsumme erlösen, so das "Handelsblatt".
Die Deutsche Lufthansa erhält aus ihrer Kapitalerhöhung eine Finanzspritze von 751,8 Millionen Euro. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Transaktion", sagte Lufthansa-Sprecherin Christine Ritz am Dienstag in Frankfurt am Main. Mit einem Stückpreis von 9,85 Euro für die 76,32 Millionen neu ausgegebenen Aktien konnte die Kranich-Airline aber lediglich den angekündigten Mindestpreis erzielen, der von den insgesamt 15 Konsortialbanken garantiert wird. Konzernchef Wolfgang Mayrhuber will das Geld in den Kauf des neuen Super-Airbus A380 stecken. An der Börse konnte die Nachricht die Aktie am Morgen nicht beflügeln.
Der Preis sei zuvor im Auktionsverfahren unter den Marktteilnehmern ermittelt worden, sagte die Lufthansa-Sprecherin. Das Unternehmen habe daher nicht mit einem Mehrerlös gerechnet. "Das ist ein attraktiver Preis für den Anleger", betonte sie. Die jungen Aktien werden mit einem Rabatt von knapp 15 Prozent auf den aktuellen Kurs angeboten. Bisherige Lufthansa-Aktionäre erhalten Bezugsrechte und können für je fünf alte eine neue Aktie erwerben. Der Verkaufsprospekt soll am Mittwoch erscheinen. Die Altaktionäre sollen ab Donnerstag für zwei Wochen ihr Bezugsrecht ausüben können. Die neuen Aktien sollen ab dem 17. Juni wie die bisherigen Anteile gehandelt werden.
Lufthansa-Chef Mayrhuber benötigt das Geld für den Ausbau der Langstreckenflotte. Der deutsche Branchenprimus geht davon aus, dass das neue Großraumflugzeug mit 555 Sitzplätzen deutliche Kostenvorteile bietet. Die Lufthansa hatte bereits Ende 2001 15 Airbus A380 bestellt. Sie sollen ab 2007 geliefert werden. Der Listenpreis liegt bei 281 Millionen Dollar (rund 234 Millionen Euro). Der tatsächliche Abgabepreis dürfte aufgrund von Rabatten allerdings niedriger liegen.
Die Kranich-Airline hatte die Kapitalerhöhung überraschend am 24. Mai bekanntgegeben. Die Hauptversammlung hatte den Vorstand schon im Juni 2002 per Vorratsbeschluss zu diesem Schritt ermächtigt. Zum jetzigen Zeitpunkt hatten Experten jedoch nicht damit gerechnet. Analysten befürchteten, die Lufthansa plane einen Einstieg bei der schweizerischen Swiss oder einer anderen schwächelnden europäischen Airline. Die Aktie war daraufhin zeitweise um mehr als sechs Prozent eingebrochen.
Nach anfänglich nur leichtem Abwärtstrend ging die Lufthansa-Aktie im Verlauf des Vormittags in den Sinkflug. Gegen 10.30 Uhr notierte das Papier in schwachem Börsenumfeld bei 11,53 Euro. Dies entsprach gegenüber dem Schlusskurs des Vortages einem Minus von 0,6 Prozent.
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