Münchner lassen in Österreich fertigen: Karmann scheitert bei BMW-Auftrag
zuletzt aktualisiert: 05.12.2007 - 12:47München (RPO). Erneute Hiobsbotschaft für den Automobilzulieferer Karmann in Osnabrück: Der Münchner Autobauer BMW lässt seinen neuen Geländewagen auf Basis des Mini bei Magna Steyr in Österreich fertigen und nicht bei Karmann in Nordrhein-Westfalen.
Das Fahrzeugkonzept sei zur Serienentwicklung und späteren Produktion an Magna Steyr übergeben worden, teilte BMW am Mittwoch in München mit.
Die Kooperation sei ein effizienter Weg, das im Rahmen der strategischen Neuausrichtung geplante profitable Wachstum mit neuen Modellen voranzutreiben, erklärte der Münchner Autobauer. "Außerdem können wir das neue Fahrzeug so schnellstmöglich auf den Markt bringen", sagte BMW-Produktionsvorstand Frank-Peter Arndt. BMW lässt bereits sein Geländewagenmodell X3 bei Magna Steyr bauen.
Auch Karmann in Osnabrück hatte um den Auftrag für das neue Mini-Modell gerungen, wie Sprecher Christian Eick am Mittwoch bestätigte. Wegen Auftragsmangels hatte Karmann ein Sparprogramm und den Abbau von 1770 Stellen in den Werken im nordrhein-westfälischen Rheine und im Stammsitz in Osnabrück angekündigt. Eick erklärte, diese Pläne würden nach wie vor gelten.
Einem Zeitungsbericht zufolge soll Karmann im Bieterkampf um den BMW-Auftrag zu Kosteneinsparungen in dreistelliger Millionenhöhe bereit gewesen sein. Der Allrad-Mini mit der werksinternen Bezeichnung "Colorado" hätte dem angeschlagenen Cabrio-Spezialisten demnach das Überleben seines Werks in Rheine über mehrere Jahre gesichert.
Die Unternehmensgruppe beschäftigt bisher rund 7000 Mitarbeiter an weltweit sechs Standorten und erzielte 2006 einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro. Karmann baut im Auftrag von Fahrzeugherstellern Cabrios, bietet aber auch fertige Dachsysteme an.
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