Nachwuchsprobleme bei der Bundeswehr: Karriere statt Kaserne
zuletzt aktualisiert: 04.08.2007 - 12:19Hamburg (RPO). Die Bundeswehr tut sich einem Zeitungsbericht zufolge zunehmend schwer, geeigneten Nachwuchs zu finden. Ursache: Der Wirtschaftsboom. Die Armee befinde sich in einer "zunehmend starken Konkurrenzsituation mit der zivilen Wirtschaft", heißt es aus dem Verteidigungsministerium.
Dies schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", der sich in seiner in der Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine FDP-Anfrage. Besonders knapp sind demnach Spezialisten für Informationstechnik und Datenverarbeitung, aber auch Piloten und Flugzeugmechaniker.
Wegen der hohen Anforderungen an körperliche und psychische Belastbarkeit verzeichneten auch Elite-Einheiten wie das Kommando Spezialkräfte (KSK) sowie Kampfschwimmer und Minentaucher der Marine "erheblichen" Personalmangel. Bei den Fallschirmjägern fehlten rund 20 Prozent der im "Personal-Strukturmodell 2010" vorgesehenen Feldwebel.
Dagegen dienen offenbar mehr Rekruten als nötig: Im Heer ist der für 2010 vorgesehene "Zielumfang" für Wehrpflichtige im neunmonatigen Grunddienst laut Wehrressort schon zu "rund 30 Prozent überschritten". Die FDP-Wehrexpertin Elke Hoff forderte im "Spiegel" Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) auf, "endlich den Dienst für Freiwillige attraktiver machen" statt "unnütz viele Wehrpflichtige einzuziehen". Nur so könne die Bundeswehr "qualifizierten Nachwuchs" anwerben.
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