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Insolvenz droht: Karstadt: Ja und Nein zur Kapitalerhöhung

zuletzt aktualisiert: 22.11.2004 - 21:07

Essen (rpo). Die Sanierung des angeschlagenen KarstadtQuelle-Konzerns steht wieder auf Messers Schneide. Nachdem bei der außerordentlichen Hauptversammlung am Montag in Düsseldorf mehrere Aktionäre notariellen Einspruch gegen die genehmigte Kapitalerhöhung in Höhe von 500 Millionen Euro ankündigten, droht möglicherweise die Insolvenz.

Wegen des Widerspruchs gegen die von der außerordentlichen Hauptversammlung genehmigte Kapitalerhöhung droht dem Konzern nach den Worten von Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff doch noch der Absturz in die Insolvenz. "Wenn die Kapitalerhöhung blockiert wird, ist das existenzgefährdend für die Gesellschaft", warnte Middelhoff am Montag auf der außerordentlichen Hauptversammlung des Handelsriesen in Essen.

Zwar stimmte die außerordentliche Hauptversammlung am Montagabend nach rund zehnstündiger Debatte mit einer großen Mehrheit von 99,76 Prozent des anwesenden Kapitals der dringend notwendigen Kapitalerhöhung um 500 Millionen Euro zu. Doch ihre Realisierung ist auf Grund der Widersprüche ungewiss.

"Wenn die Widersprüche aufrechterhalten werden, sind die Banken nicht bereit die Kapitalerhöhung wie geplant durchzuführen", warnte Konzernchef Christoph Achenbach. Da die Kapitalerhöhung ein unerlässlicher Baustein des Sanierungskonzeptes ist, könnte dies dann nicht realisiert werden - mit dramatischen Folgen für Mitarbeiter und Aktionäre.

Vergeblich hatte zuvor bereits Middelhoff an die Aktionäre appelliert, die Anträge zurückzuziehen und vor möglichen Schadenersatzforderungen gewarnt, die den Blockierern drohten. Doch hielten die Aktionäre am Montagabend an ihrem Widerspruch fest.

Nun hofft der Konzern, doch noch bis zum letztmöglichen Termin am Freitag eine Einigung mit den Aktionären zu erreichen. "Ich bin fest überzeugt, dass wir die Kuh vom Eis kriegen", sagte Konzernsprecher Jörg Howe. Die Aktie des Konzerns brach dennoch um 3,65 Prozent ein.

Rückkehr in die Gewinnzone verzögert sich

Doch selbst wenn die Kapitalerhöhung zu Stande kommt, wird Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern für die Rückkehr in die Gewinnzone mehr Zeit brauchen als zunächst erwartet. Der Konzern werde voraussichtlich erst im Jahr 2006 wieder ein positives Betriebsergebnis (EBTA) ausweisen, ein Jahr später als bislang erhofft, sagte Achenbach.

2005 werde voraussichtlich lediglich der Break-Even erreicht werden. Hintergrund der schwachen Ergebnisentwicklung sind nach Konzernangaben die anhaltende Konsumflaute und die Umsatzeinbußen durch die öffentliche Diskussion um die Karstadt-Krise.

Unterdessen trennt sich der angeschlagene Handelskonzern von seiner Mehrheitsbeteiligung an den deutschen Filialen der Kaffeehauskette Starbucks. Das Kultunternehmen aus Seattle übernehme die 82-prozentige Beteiligung von Karstadt am Gemeinschaftsunternehmen und werde die 37 Filialen in Deutschland allein weiterführen, berichtete Achenbach.

Der Konzern beendet damit einen verlustreichen Ausflug in ein ihm eher fremdes Geschäftsfeld - allerdings mit Verlust. Der Kaufpreis liege aber bei mehr als 50 Prozent des investierten Kapitals von insgesamt 36 Millionen Euro, hieß es in Düsseldorf.

Der geplante Verkauf von anderen Unternehmensteilen kommt dagegen offenbar nicht so schnell voran wie erhofft. "Da die gebotenen Preise für einzelne Objekte teilweise noch nicht unseren Vorstellungen entsprechen, werden wir zunächst noch mit der Veräußerung warten und weitere Angebote einholen", sagte Achenbach.

Quelle: afp

 
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