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DSW: "Gift für die Börse": Karteileichen setzen T-Online unter Druck

zuletzt aktualisiert: 10.05.2004 - 11:50

Berlin (rpo). Die Aktie von Europas größtem Internetkonzern T-Online ist unter Druck geraten. Das Unternehmen hat eingestanden, rund 2,25 Millionen Karteileichen unter seinen Kunden zu haben. Die Meldung stößt bei Aktionärsschützern auf Empörung.

"Das ist ein Desaster", sagte Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) dem Berliner "Tagesspiegel". "Nach den Skandalen der letzten Jahre ist jede Korrektur von Unternehmenszahlen Gift für die Börse." Die Internet-Tochter der Deutschen Telekom hatte die Finanzmärkte mit einer neuen Berechnung seiner Kunden- und Umsatzzahlen geschockt. Demnach nutzt ein Fünftel der T-Online-Kunden den Internet-Dienst so gut wie gar nicht, während die Zahl der lukrativen Breitbandabonnenten viel zu hoch angegeben war.

Laut dem im Internet veröffentlichten Bericht von T-Online haben 2,25 Millionen Kunden in Deutschland den Dienst länger als 30 Tage nicht genutzt. Das sind fast 21 Prozent der insgesamt 10,79 Millionen Kunden. T-Online musste auch die Zahl der Kunden korrigieren, die mit dem schnellen Breitband-Zugang DSL ins Internet gehen: Von den bisher genannten 3,4 Millionen Kunden in Deutschland sind nach neuesten T-Online-Angaben nur 2,16 Millionen feste Abonnenten. Der Rest verfüge zwar über einen DSL-Anschluss der Telekom-Festnetztochter T-Com, nutze für den Zugang zum Netz aber einen günstigeren Tarif der Konkurrenten United Internet, AOL oder Freenet. Bei T-Online gingen sie weiter mit den langsameren ISDN- oder Analoganschlüssen ins Netz, landeten aber dennoch in der Statistik für Breitbandkunden.

T-Online legt am Mittwoch seine Bilanz für das erste Quartal 2004 vor. Am Montag fiel das Papier am Vormittag zunächst bis auf 8,57 Euro. Dies war ein Minus von 4,7 Prozent gegenüber dem Freitag. Um 11.15 stand die Aktie bei 8,65 Euro, was einem Abschlag von 3,9 Prozent entsprach. Allerdings war das Gesamtminus der 30 Werte im TecDax mit 4,2 Prozent höher.


 
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