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Überversorgung in Ballungsgebieten: Kassen prüfen Schließung tausender Arztpraxen

VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 08.07.2011 - 06:19

Berlin (RP). Deutschlandweit könnten 12.000 Mediziner aus der kassenärztlichen Versorgung ausscheiden, ohne dass sich die Versorgung verschlechtert. Dies geht aus einem Prognos-Gutachten im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes hervor.

Aus Sicht der Kassen sollten die Kassenärztlichen Vereinigungen die überzähligen Arztsitze aufkaufen, wenn die Mediziner in den Ruhestand gehen. In dem Gutachten, das unserer Redaktion vorliegt, heißt es: "Das dafür erforderliche Investitionsvolumen würde die Kassenärztlichen Vereinigungen mit maximal 1,5 Milliarden Euro belasten." Auf die nächsten fünf Jahre verteilt, entspräche dies einem Anteil von unter einem Prozent des jährlichen Honorarvolumens.

Die Versorgungssituation der Versicherten hängt in Deutschland vielfach vom Wohnort ab. In ländlichen Gebieten fehlen vor allem Hausärzte, während viele Ballungsräume als überversorgt gelten. Laut Gutachten kann vor allem die Zahl der Fachärzte reduziert werden. Die größte Überversorgung sehen die Experten bei Internisten und bei Psychotherapeuten.

Schon heute können Kassenärztliche Vereinigungen Arztsitze aufkaufen. Davon wird aber wenig Gebrauch gemacht. Wo tatsächlich ein "deutliches Überangebot" bestehe, könne der "Aufkauf von Praxissitzen durch die Kassenärztlichen Vereinigungen eines von mehreren Instrumenten sein, um für eine gleichförmige ambulante Versorgung in Deutschland zu sorgen", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler, unserer Redaktion. Zunächst müsse aber die Frage beantwortet werden, wo es wirklich zu viele Ärzte gebe. Er betonte: "Vor dem Hintergrund von immer wieder kritisierten langen Wartezeiten bei Ärzten besteht sicherlich nicht überall eine Überversorgung, wo sie auf dem Papier berechnet wird."

Quelle: RP

 
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