Börsengang: Kein Senkrechtstart für Air Berlin
zuletzt aktualisiert: 11.05.2006 - 15:31Frankfurt/Main (rpo). Der Börsengang von Air Berlin erweist sich bisher als eher mäßiger Erfolg. Am Morgen notierten die Aktien des Unternehmens bei 12,65 Euro und damit über dem Ausgabepreis von zwölf Euro. Doch schon vor zwölf Uhr wurden die Papiere zeitweise unter dem Startpreis gehandelt.
Die Aktie notierte zwischenzeitlich bei 11,98 Euro. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin hatte am Mittwochabend den Emissionspreis von zwölf Euro veröffentlicht. Die Aktie sei auf dem Niveau des Emissionspreises zweifach überzeichnet gewesen. Das Emissionsvolumen beträgt rund 443,5 Millionen Euro. Insgesamt wurden 36.956.521 Aktien zugeteilt, zuzüglich 5.543.479 Aktien im Rahmen der Mehrzuteilungsoption.
Dem Unternehmen fließen nach diesen Angaben aus dem Verkauf der Neuen Aktien aus der im Rahmen des Börsengangs beschlossenen Kapitalerhöhung brutto rund 234,8 Millionen Euro zu. Der Streubesitz werde sich bei vollständiger Ausübung der Greenshoe-Option auf rund 71 Prozent belaufen.
Die Air Berlin PLC habe sich ebenso wie die abgebenden Aktionäre dazu verpflichtet, innerhalb eines Zeitraumes von insgesamt sechs Monaten ab dem Tag der Börsenzulassung der Aktien keine Aktien auszugeben beziehungsweise zu verkaufen, hieß es in der Mitteilung.
Air Berlin hatte seinen eigentlich für vergangenen Freitag geplanten Börsengang verschoben und die Preisspanne gesenkt. Ursprünglich hatte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ihre Papiere für 15 bis 17,50 Euro angeboten, was Investoren aber als zu teuer bezeichnet hatten.
Begleitet von zahlreichen Medienvertretern war Air-Berlin-Chef Joachim Hunold zum Start an der Börse selbst am Frankfurter Handelsplatz erschienen. Gegenüber n-tv äußerte sich Hunold "richtig zufrieden". Dass der Börsengang verschoben und die Preisspanne für die Aktie deutlich gesenkt werden musste, führte der Vorstandschef auch auf die zuletzt wieder stark gestiegenen Ölpreise zurück. Die Kurse von Wettbewerbern seines Unternehmens seien teilweise um bis zu 20 Prozent abgesackt, betonte er.
Hunold kündigte die Veröffentlichung des Halbjahresergebnisses für Ende Juli an, danach werde vierteljährlich berichtet. Air Berlin ist die zweitgrößte Fluggesellschaft und die größte Billigfluglinie in Deutschland. Das Unternehmen beförderte 2005 rund 13,5 Millionen Passagiere und machte 1,22 Milliarden Euro Umsatz.
Den Gang an die Börse hatte Hunold schon bei der Bekanntgabe seiner Aktienmarkt-Pläne im März damit begründet, dass Wachstum im hart umkämpften europäischen Markt nur möglich sei, wenn man sich auf der Kapitalseite entsprechend aufstelle.
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