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Tarifstreit bei der Bahn: Keine neuen Streiks bis Montag

zuletzt aktualisiert: 18.10.2007 - 16:55

Frankfurt/Main (RPO). Die Gewerkschaft der Lokführer will morgen und am Wochenende auf neue Streiks verzichten. Das teilte die GDL jetzt in Frankfurt am Main mit. Die Bahn lehnt es weiterhin ab, den Lokführern ein neues Angebot zu machen.

Laut GDL sind Streiks kommende Woche nicht ausgeschlossen, bereits am Montag könne der Arbeitskampf fortgesetzt werden. Die GDL würde in dem Fall am Sonntagnachmittag über ihre Pläne informieren, sagte Sprecherin Gerda Seibert der AP. Die GDL besteht weiter auf einem verbesserten Angebot, die Bahn lehnte eine Aufstockung dagegen ab. Die GDL warf der Bahn vor, anstelle eines Angebots am Montag eine Mogelpackung präsentiert zu haben und warf dem Unternehmen eine "gezielte Irreführung der Öffentlichkeit" über die Höhe der Offerte vor.

Das Unternehmen lehnte ein neues Angebot oder weitere informelle Gespräche ab. "Es kommt kein nächstes", sagte Rausch. Die Bahn habe bereits ein großzügiges Angebot vorgelegt. Zugleich rief er die GDL dazu auf, die Verhandlungen auf dieser Grundlage wieder aufzunehmen. "Wir sitzen quasi schon am Verhandlungstisch und warten, dass die andere Seite besetzt wird."

Forderungen erneuert

Der stellvertretende GDL-Vorsitzende Günther Kinscher erneuerte dagegen die Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag für die Lokomotivführer und forderte die Bahn zu Verhandlungen darüber auf. Zugleich verlangte die GDL ein Eingreifen der Bundesregierung in den seit Monaten andauernden Tarifstreit: "Der Bund als Eigentümer steht in der Verantwortung", sagte der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse".

SPD-Chef Kurt Beck wies dies zurück: Es sei Sache des Vorstandes, solche Fragen zu entscheiden, nicht die des Aktionärs oder des Aufsichtsrates, sagte Beck dem Sender N24. Zugleich kritisierte er das Beharren der GDL auf einem eigenen Tarifvertrag. "Es ist ein kleiner Prozentsatz der Bahnbeschäftigten, es ist nur ein kleiner Teil der Lokführer, und es ist ein Teil, der sich aus der Solidargemeinschaft aller bei der Bahn herausbegibt." Auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee forderte im "Münchner Merkur" eine schnelle Einigung und lobte das jüngste Angebot der Bahn.

Am Donnerstag legte die GDL zum zweiten Mal binnen einer Woche große Teile des Regional- und S-Bahn-Verkehrs lahm. Besonders betroffen von dem Ausstand, der um 02.00 begann und um 11.00 beendet war, waren nach Angaben der Bahn die neuen Bundesländer und die Ballungsräume der Großstädte. In Ostdeutschland fielen laut GDL 85 Prozent der S- und Regionalbahnen aus. Bundesweit seien etwa 60 Prozent der betroffenen Züge trotz des Streiks unterwegs gewesen. Auch auf vielen Autobahnen sorgte der Ausstand für Chaos.

GDL spricht von Erfolg

Die GDL sprach von einem Erfolg und erklärte, die Streikbereitschaft habe einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach Schätzungen der Bahn waren rund 30 Prozent weniger Reisende unterwegs als an normalen Tagen, jedoch deutlich mehr als beim letzten Streik am vergangenen Freitag.

Laut einer aktuellen Umfrage hat inzwischen die Mehrheit von 55 Prozent der Bundesbürger kein Verständnis mehr für weitere Streiks. Sinkende Unterstützung spiele für die Fortsetzung des Arbeitskampfes jedoch keine Rolle, sagte GDL-Vize Kinscher der AP: "Wir können uns von dem mangelnden Verständnis der Bevölkerung nicht beeindrucken lassen."

Quelle: afp

 
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