Berlin: Keine Rettung für Samsung-Werk in Sicht
zuletzt aktualisiert: 23.11.2005 - 12:49Berlin (ddp-bln). Das Bildröhrenwerk von Samsung in Berlin-Oberschöneweide muss offenbar schließen. Trotz Rettungsversuchen der Belegschaft gibt es kaum Hoffnung. Gespräche zwischen IG Metall und Samsung-Geschäftsführung blieben ergebnislos.
Samsung wolle den Standort Berlin aus konzernpolitischen Gründen verlassen, warf ein IG-Metall-Sprecher dem Unternehmen am Mittwoch vor. Die Geschäftsleitung habe alle Prognosen "extrem pessimistisch und bis an den Rand der Verfälschung von Daten" gerechnet. Samsung und andere Unternehmen importieren laut Gewerkschaft massiv asiatische Bildröhren nach Europa.
Die Unternehmens-Führung verhalte sich ignorant gegenüber der Belegschaft, sagte der erste Bevollmächtigte der IG-Metall-Verwaltungsstelle Berlin, Arno Hager. Die Gewerkschaft fordere die Teilnahme eines Gesprächspartners der koreanischen Konzernleitung, der auch Entscheidungsbefugnis habe, an den Verhandlungen.
Unterdessen betonte ein Sprecher der Geschäftsführung, dass der Schließungsbeschluss vom deutschen Management des Unternehmens mitgetragen werde und nicht nur von Korea vorgegeben sei. Grund für die beschlossene Einstellung der Produktion in Oberschöneweide sei die Marktsituation für Bildröhren, betonte der Sprecher.
Der Samsung-Konzern will zum Jahresende die Bildröhrenfertigung in Oberschöneweide einstellen. Damit droht der Verlust von 750 der 800 Arbeitsplätze. Am Mittwoch sollten ab 18.00 Uhr in der Evangelischen Christuskirche in Oberschöneweide eine Podiumsdiskussion unter anderen mit Gregor Gysi (Linkspartei.PDS), Michael Müller (SPD) und Nicolas Zimmer (CDU) sowie ein Solidaritätskonzert stattfinden.
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