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Gericht verhandelt wegen Insolvenzverschleppung: Kino-König Kölmel bestreitet Millionen-Betrug

zuletzt aktualisiert: 14.04.2004 - 15:57

München (rpo). Kinowelt-Gründer Michael Kölmel soll Aktionäre und Gläubiger um 20 Millionen Euro geprellt haben. Vor Gericht bestreitet Kölmel die Vorwürfe.

Der Medienunternehmer Michael Kölmel hat sich am Mittwoch vor dem Münchner Landgericht gegen den Vorwurf der Untreue gewehrt. In dem Wirtschafts-Strafprozess gegen den einstigen Star der New Economy geht es um die Pleite des Münchner Filmrechteverwerters Kinowelt Medien AG und deren Pendant für den Bereich Fußballvereine, die Sportwelt GmbH, die beide von Kölmel gegründet wurden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm 15-fache Untreue, Betrug sowie Insolvenzverschleppung und Bankrottdelikte vor, durch die Kölmel Beteiligte um rund 25 Millionen Euro geschädigt haben soll.

Mehrfach sollen Millionenbeträge ohne Gegenleistung und ohne Sicherheiten von Konten den Kinowelt Medien AG an die Sportwelt geflossen sein. Kölmel habe zwar eine Übernahme des Unternehmens für die Vermarktung von Fußballübertragungsrechten durch den Filmrechteverwerter angestrebt, jedoch sei es dazu nie gekommen, erläuterte die Anklage. Dennoch habe er sich aber um den 11. Mai 2000 herum 30 Millionen Mark für seine Sportwelt-Gesellschaftsanteile auf sein Konto überweisen lassen.

Michael Kölmel widersprach dem am Mittwoch auf der Anklagebank: "Die Rücküberweisung erfolgte nach der Übernahme der Sportwelt." Sein Verteidiger Kurt Bröckers sagte zudem am Rande des Prozesses: "Ich bin zuversichtlich, dass wir den Vorwurf der Untreue entkräften können."

Die ab 1998 am Neuen Markt börsennotierte Münchner Kinowelt Medien AG meldete Ende 2001 Insolvenz an und Mitte 2002 war auch die Sportwelt GmbH pleite. In Leipzig hat der privat hoch verschuldete Kölmel inzwischen mit der Kinowelt neu angefangen, nachdem er die Firma von den Gläubigern zurückkaufen durfte. Die Firma macht inzwischen Kölmels Angaben zufolge 44 Millionen Euro Umsatz.

Sein Ziel sei, so gibt der große hagere Mann auf der Anklagebank an, die Aktiengesellschaft zu reaktivieren und auch die Altaktionäre daran zu beteiligen. "Es wird nicht mehr eine so spektakuläre Firma, sondern eine solidere. Man hat aus Fehlern gelernt", sagte Kölmel. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt und dauert voraussichtlich bis Juli.

 


 
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