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Kita-Konflikt
Verdi pocht auf Anhebung für alle - Kommunen dagegen

Kita-Streik: Verdi pocht auf Anhebung für alle - Kommunen sind dagegen
Noch immer ist im Kita-Konflikt keine Einigung in Sicht. Der Streik geht vorerst weiter. FOTO: dpa
Berlin. Wochenlang wurde gestreikt - und vorerst gehen die Kita-Ausstände auch weiter. Aber nun verhandeln sie immerhin wieder miteinander, die Gewerkschaften und die Arbeitgeber. Die Differenzen sind groß.

Im Tarifstreit um die kommunalen Kita-Erzieher haben beide Seiten ihren grundsätzlichen Einigungswillen betont. Aber im Kernpunkt einer Verbesserung für alle Erzieher und Sozialarbeiter lagen Gewerkschaften und der kommunale Arbeitgeberverband VKA am Montag immer noch weit auseinander. Eine Fortsetzung der Kita-Streiks sei nicht vom Tisch, sagte der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, der Deutschen Presse-Agentur. Die Gewerkschaften und die VKA kamen am Abend in Berlin zusammen, um die im April vorerst abgebrochenen Gespräche fortzusetzen.

Die Geister-Kitas von Düsseldorf FOTO: Endermann, Andreas (end)

Bsirske sagte, beide Seiten gingen die weiteren Verhandlungen ernsthaft an. "Dass das nicht ganz einfach wird, ist angesichts des Vorlaufes völlig klar." Seit dem 8. Mai läuft ein unbefristeter Streik. "Am Ende werden sich beide Seiten aufeinander zubewegen müssen, um eine Lösung zu finden." Nötig sei eine Aufwertung der sozialen Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst für alle Beteiligten.

VKA-Präsident Thomas Böhle sagte hingegen: "Da, wo sich wirklich etwas geändert hat im Bild des Erziehers, der Erzieherin, bei der Sozialpädagogen - da wird man etwas tun können." Pauschale Erhöhungen lehnte Böhle aber ab. Unterm Strich fordern Verdi, die Bildungsgewerkschaft GEW und der Beamtenbund dbb im Schnitt zehn Prozent mehr für die rund 240.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Kommunen. Die VKA bot Verbesserungen für einzelne Gruppen an. 

Kita-Streik: Demo in Krefeld FOTO: Thomas Lammertz

"Wir sind guten Willens", sagte Böhle. Nach Angaben beider Seiten war mit einem Durchbruch noch in der Nacht zu Dienstag nicht zu rechnen. Auch eine Ende der Gespräche am Dienstag galt als wenig wahrscheinlich. Auch diesen Mittwoch hatten sich beide Seiten für eine Fortsetzung der Gespräche freigehalten. Am Donnerstag kommt dann die Streikdelegiertenversammlung von Verdi in Frankfurt/Main zusammen.

Sie soll entscheiden, ob ein erzieltes Ergebnis ausreicht, um den zunächst bis dahin weiterlaufenden Streik zu beenden. "Ich hoffe, dass wir etwas vorlegen können und damit auch die Weichen stellen können in den nächsten zwei Tagen für eine Beendigung des Streiks", sagte Bsirkse, "aber dazu gehören zwei."

(dpa)
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