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Geplante Kita-Streiks
Arbeitgeber attackieren Gewerkschaften

Kita-Tarifstreit - VKA attackiert Verdi, dbb und GEW
FOTO: dpa, pse htf
Frankfurt. Verdi hat die Verhandlungen in der Erzieher-Tarifrunde für gescheitert erklärt. Nun meldet sich die Arbeitgeberseite zu Wort und wirft den beteiligten Gewerkschaften Verantwortunglosigkeit vor. Die Arbeitnehmervertreter hätten jegliche Kompromissbereitschaft vermissen lassen.

Eltern von Kita-Kindern müssen ab Ende kommender Woche mit unbefristeten Streiks rechnen: Nachdem die Gewerkschaft Verdi am Montagabend die Tarifverhandlungen für die rund 240.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst für gescheitert erklärt hatte, leitete sie am Dienstag die Urabstimmung ein. Die Arbeitgeber kritisierten die geplanten Streiks und forderten die Gewerkschaften zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.

In fünf Verhandlungsrunden über die Bezahlung des Kita-Personals war zuvor kein Ergebnis erzielt worden. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und die Vertreter von Verdi und GEW verhandeln bereits seit Februar über die Forderung der Gewerkschaften, die Beschäftigten an Kitas höher einzugruppieren. Die Verdi-Bundestarifkommission erklärte die Verhandlungen am Montagabend einstimmig für gescheitert.

Kita-Streik März 2014 in Mönchengladbach: Das sagen die Eltern FOTO: Inga Methling

Bis zum 5. Mai sollen die Gewerkschaftsmitglieder nun über einen unbefristeten Streik abstimmen. Stimmen mindestens drei Viertel zu, könnten die Kindertagesstätten ab Ende kommender Woche geschlossen bleiben. Die Eltern würden aber frühzeitig informiert, teilte Verdi mit.

Verdi warf den Arbeitgebern mangelnden Verhandlungswillen vor. "Sie haben kein Angebot vorgelegt, sondern lediglich punktuelle Verbesserungen für einen sehr kleinen Teil der Beschäftigten vage in Aussicht gestellt", erklärte Verdi-Chef Frank Bsirske am Dienstag in Berlin. Damit hätten sie "die Eskalation der Tarifauseinandersetzung provoziert".

Bsirske warf den Arbeitgebern vor, sie wollten den Tarifkonflikt "auf dem Rücken der Kinder und ihrer Eltern einfach aussitzen". Wer ständig die große Bedeutung frühkindlicher Bildung, der Inklusion von Menschen mit Behinderung und von hochwertiger sozialer Arbeit betone, müsse den Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst auch eine bessere Bezahlung zugestehen. Bsirske betonte, die Arbeitgeber hätten es jederzeit in der Hand, durch ein verhandlungsfähiges Angebot den bevorstehenden Streik "zu beenden oder womöglich noch zu vermeiden".

Die Arbeitgeber wiesen die Vorwürfe zurück und warfen den Gewerkschaften ihrerseits mangelnde Kompromissbereitschaft vor. Verdi und GEW seien auf keinen der Arbeitgebervorschläge eingegangen, erklärte VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann. Sie hätten es vielmehr auf einen Streik angelegt. "Wir fordern die Gewerkschaften auf, die Verhandlungen fortzuführen", erklärte Hoffmann. Sie müssten erst den Verhandlungsweg ausschöpfen, "bevor sie Kinder und Eltern mit einem Arbeitskampf belasten".

Laut Hoffmann ist die Arbeitgeberseite bereit, Aufgaben von Erziehern wie Inklusion, Sprachförderung oder musische Erziehung bei der Bezahlung und Eingruppierung entsprechend zu berücksichtigen. Für die betreffenden Erzieher ergäben sich nach dem VKA-Vorschlag ein "Aufstieg um ein oder zwei Entgeltgruppen oder von bis zu 443 Euro pro Monat". Kinderpfleger würden durch das Arbeitgeberangebot demnach bis zu 200 Euro pro Monat mehr verdienen, Kita-Leitungen bis zu 448 Euro.

Verdi fordert für die 240.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsbereich neue Eingruppierungsregeln und Tätigkeitsmerkmale, was letztlich zu zehn Prozent mehr Gehalt führen soll. Die Arbeitgeber hätten sich bislang aber nicht bewegt, begründete die Bundestarifkommission von Verdi am Montag ihren Schritt, die Auseinandersetzung für gescheitert zu erklären.

(dpa)
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