Zu geringe Abfindungen: Kleinaktionäre rebellieren gegen HVB
zuletzt aktualisiert: 18.06.2007 - 07:42Hamburg (RPO). Die führenden Aktionärsvereinigungen wollen der HypoVereinsbank (HVB) die Hauptversammlung am 26. Juni vermiesen. Sowohl die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) als auch die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) wollen auf der HVB-Hauptversammlung dem Vorschlag des Großaktionärs Unicredit zum Verkauf ihrer Aktien nicht zustimmen.
Die "Financial Times Deutschland" berichtet, dass zudem der HVB-Gesamtvorstand oder Vorstandschef Wolfgang Sprißler sowie der gesamte Aufsichtsrat nicht entlastet und Schadensersatzansprüche geprüft werden sollen. Dies gehe aus Gegenanträgen und Ankündigungen hervor, die im Internet veröffentlicht wurden.
Die Gruppen werfen der Bank vor, die Kleinaktionäre mit zu geringen Abfindungen abspeisen zu wollen sowie gegen das Aktienrecht zu verstoßen. Weitere Anlegerschützer, ein Rechtsanwalt und professionelle Finanzinvestoren hätten ihren Widerstand angekündigt.
Die Kritiker forderten eine unabhängige Prüfung der Machtverhältnisse sowie der Vorgänge in der HVB seit ihrer Übernahme durch Unicredit. Durch geschickte Transaktionen habe die italienische Bank einen Sondervorteil über mehrere Milliarden zulasten der Kleinaktionäre erzielt. Vor Gericht wird geklärt werden, ob die Kleinaktionäre mit zuletzt 4,6 Prozent Anteil beim Umbau der HVB-Gruppe ausreichend informiert oder aber benachteiligt wurden. So gebe es bereits 47 Anfechtungsklagen gegen den im Herbst 2006 mit den Stimmen von Unicredit beschlossenen Verkauf der Ex-HVB-Tochter Bank Austria an Unicredit für 13 Milliarden Euro.
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