Ein Tag danach: Kleinfeld geht, das Vertrauen der Aktionäre auch
zuletzt aktualisiert: 26.04.2007 - 09:28München (RPO). Klaus Kleinfeld wird für die anstehende Verlängerung seines im September auslaufenden Vertrages nicht mehr zur Verfügung. Kleinfeld verabschiedet sich mit exzellenten Geschäftszahlen. Wie der Elektronikkonzern mitteilte, haben alle Sparten die gesetzten Renditeziele erreicht. Trotzdem sackte die Aktie des Konzerns ins Minus. Am Morgen notierte die Siemensaktie bei 87,31 Euro und damit mehr als einen Prozent im Minus.
In der Pressemitteilung wird Kleinfeld mit den Worten "Die Ergebnisentwicklung im zweiten Quartal ist das Resultat großartiger Teamarbeit bei der erfolgreichen Umsetzung unseres Fit4More-Programms" zitiert. Alle Bereiche des Konzerns wiesen einen Gewinn aus. Ein besonders starkes Wachstum erreichten die Energie-Bereiche des Konzerns. Die wesentlichen Kennzahlen des Geschäftsergebnisses für das zweite Quartal hatte Siemens bereits am Dienstagabend veröffentlicht: Demnach stieg der Umsatz um zehn Prozent auf 20,6 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis um 49 Prozent auf 1,96 Milliarden und der Gewinn um 36 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro.
"Mit Blick nach vorne gehen wir davon aus, dass wir uns sogar noch verbessern können", erklärte Kleinfeld. Siemens will sein neues Programm "Fit for 2010" vorstellen, das neue ehrgeizige Ziele für Wachstum und höhere Zielbänder für die Mehrzahl der Bereiche beinhalten soll. Mit Spannung wird erwartet, was Kleinfeld auf einer Pressekonferenz am Vormittag zu seinem Rücktritt, dem Schmiergeldskandal bei Siemens und zu der geplanten Ausgliederung der Autozulieferersparte VDO sagt. Kleinfeld hatte am Mittwoch seinen Abschied zum 30. September angekündigt, weil der Aufsichtsrat seinen dann auslaufenden Vertrag trotz hervorragender Geschäftszahlen nicht verlängern wollte. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.
Als Favorit für die Nachfolge Kleinfelds wird Linde-Chef Wolfgang Reitzle gehandelt, obwohl dieser einen Wechsel offiziell abgelehnt hat. Er sei der Favorit Crommes und Ackermanns, heißt es in mehreren Medienberichten. Ebenfalls genannt wird der frühere VW-Markenchef Wolfgang Bernhard. Der Abschied von Kleinfeld – vielen fällt er nicht einfach. Insbesondere Aktionärsvertreter bedauerten den Rückzug des kühlen Erfolgsmanagers. "Die Börse hätte Herrn Kleinfeld gern behalten", sagte Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).
Hockers DSW-Kollegin Daniela Bergdolt warnte in der "Berliner Zeitung" (Donnerstagausgabe) vor einem Vorstandsvorsitzenden von außerhalb. "Ein neuer Vorstandschef, der von außen kommt, wäre nicht gut für Siemens", sagte sie. Der Neue bräuchte eine Einarbeitungszeit von sechs bis neun Monaten. Das bedeute einen langen Stillstand und sei nicht gut für den Aktienkurs.
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