Einigung im Tarifstreit: Klinik-Ärzte erhalten zwei Prozent mehr Lohn
zuletzt aktualisiert: 09.06.2010 - 11:48Offenbach (RPO). Im Tarifstreit um mehr Geld für die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern gibt es nach Angaben der Gewerkschaft eine Einigung. Das erklärten übereinstimmend der Sprecher des Marburger Bundes, Hans-Jörg Freese, sowie die Arbeitgeberseite am Mittwoch.
Die Ärzte erhalten zwei Prozent mehr Geld. Dazu kommen eine Einmalzahlung von 400 Euro und ein Zuschlag für Bereitschafts- und Nachtdienste von 25 Prozent, wie die kommunalen Arbeitgeber mitteilten. Beide Seiten einigten sich nach einem zuletzt 23-stündigen Verhandlungsmarathon. Der Tarifvertrag hat den Angaben zufolge eine 20-monatige Laufzeit und läuft bis August 2011.
VKA-Verhandlungsführer Joachim Finklenburg sagte, das Ergebnis sei nach "langen, schwierigen Verhandlungen" erzielt worden. Dem neuen Tarifvertrag stehe "eine fragliche Finanzierung" gegenüber. Die Krankenhäuser müssten dafür 140 Millionen Euro aufbringen.
Der Verhandlungsführer des Marburger Bundes, Lutz Hammerschlag, bezeichnete die Verhandlungen als "langen und steinigen Weg". Den Ärzten sei in erster Linie nicht die lineare Lohnerhöhung wichtig gewesen, sondern eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Nacht. Insgesamt sei ein ordentliches Ergebnis erzielt worden.
Tausende Klinikärzte hatten mehr als drei Wochen lang bundesweit an zahlreichen kommunalen Kliniken gestreikt. Der Tarifstreit dauerte bereits seit Januar an. Die Verhandlungen waren mehrfach abgebrochen worden.
Am Montag nahmen die Delegationen die Gespräche nach wochenlanger Funkstille wieder auf. Zuvor hatten Montag rund 5000 Klinikärzte in Frankfurt am Main für mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen demonstriert.
Der Marburger Bund forderte zuletzt für die 55.000 Ärzte an den rund 800 kommunalen Kliniken im Schnitt fünf Prozent mehr Geld und eine bessere Bezahlung von Bereitschaftsdiensten. Die Arbeitgeber boten Anfang April 2,9 Prozent an sowie eine Erhöhung der Bezahlung von Bereitschaftsdiensten um 16 bis 24 Prozent und die Einführung eines Nachtarbeitszuschlags.
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