Diskussion über die Zukunft von Autobauer Opel: Koch erwartet von General Motors "viel Geld"
zuletzt aktualisiert: 24.12.2009 - 13:34Wiesbaden (RPO). Hessens Ministerpräsident Roland Koch spricht Klartesxt. Der CDU-Politiker verlangt von US-Autobauer General Motors, alles Notwendige zu tun, um die wirtschaftliche Zukunft des Autobauers Opel zu sichern. Dazu werde der amerikanische Mutterkonzern als Alleineigentümer "eine Menge Geld mitbringen" müssen.
Erst wenn klar sei, dass ein wesentlicher Beitrag aus den USA komme, mache es überhaupt Sinn, über Chancen für staatliche Hilfe in Europa zu sprechen, sagte Koch in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur DAPD.
Koch sagte: "Zurzeit ist diese Diskussion völlig grundlos, denn die Verhältnisse haben sich geändert. General Motors ist ein solventes Unternehmen." Es müsse seinen wirtschaftlichen Beitrag dafür leisten, Opel in eine gesicherte Zukunft zu führen. Als Muttergesellschaft sei dazu von General Motors viel mehr Geld erforderlich als im Konzept mit Magna geplant war. "Wer zu 100 Prozent Eigentümer bleiben will, muss seine Verantwortung auch bei Investitionen und Finanzierung wahrnehmen", fügte Koch hinzu.
Der hessische Ministerpräsident wies vor allem auf die Probleme nach dem Auslaufen der Abwrackprämie hin. Diese habe der deutschen Automobilindustrie insgesamt sehr viel geholfen und sei "eine der klugen Entscheidungen in der Krise" gewesen. Natürlich habe sie aber jetzt auch eine Lücke hinterlassen, die die Unternehmen selbst am Markt schließen müssten. "Und das ist für die stärker exportierenden Unternehmen sicherlich leichter als für eines, das wie Opel stark auf den europäischen Markt konzentriert ist", räumte Koch ein.
Optimistisch über Einigung mit Brüderle
Opel habe durch die Unstetigkeit des Managements in diesem Jahr sehr viel Zeit verloren. Zum Glück und dank der Mitarbeiter habe der Rüsselsheimer Konzern aber "ausgezeichnete Produkte". Dass man damit auch gegen den Markt expandieren könne, habe Opel bereits bewiesen. "Ich bin fest der Überzeugung, dass Opel auch das nächste, sicher nicht einfache Jahr überstehen wird", fügte Koch hinzu. Es werde aber ein schwieriges Jahr, und deshalb werde der Eigentümer GM eine Menge Geld mitbringen müssen.
Auf Fragen nahm Koch auch zur Diskussion über mögliche Finanzhilfen des Bundes Stellung. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) habe immer gesagt, Opel werde nach Recht und Gesetz behandelt. Wenn es eine vernünftige Grundlage gebe und die Eigenleistungen deutlich genug seien, werde man darüber sprechen und prüfen können. "Aber man sollte nicht dauernd in der deutschen Politik darüber spekulieren, ob man helfen sollte, sondern der Eigentümer muss erst mal ein prüffähiges Konzept vorlegen, über das wir diskutieren können", fügte Koch hinzu. Solange es das nicht gebe, sei jede Debatte über Bund- oder Länderhilfe überflüssig.
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