Gladbach-Präsident im Visier der Steuerfahnder: Königs will für Steuer-Schaden aufkommen
zuletzt aktualisiert: 28.10.2011 - 14:37Düsseldorf/Mönchengladbach (RPO). Nachdem der Vorwurf der Steuerhinterziehung gegen Borussia Mönchengladbachs Präsident Rolf Königs öffentlich wurde, meldet er sich nun erneut zu Wort. Der Unternehmer soll Zinserträge aus seiner privaten Altersvorsorge von 1,6 Millionen Euro nicht versteuert haben. Der 70-Jährige erklärt, dass er für den entstandenen Schaden aufkommen will.
Nicht gezahlte Steuersumme laut Schätzungen 50.000 Euro
Vorab hatte Königs schon seine Präsidiumskollegen in Mönchengladbach informiert, heißt es auf der Homepage des Bundesligavereins. Es sei ihm wichtig, mit der Sache offen und ehrlich umzugehen, sagte Königs und versicherte, dass dies alles rein gar nichts mit dem Verein zu tun habe. Er wisse aber natürlich, dass es durch sein Amt als Präsident bei Borussia für die Öffentlichkeit interessant werde.
"Es geht hier um meine über viele Jahre angesparte und ordnungsgemäß versteuerte private Altersvorsorge, die ich bei einer Bank in Luxemburg deponiert habe. Und ich habe dies ohne einen Vermögensverwaltungsauftrag an die Bank getan", sagte Königs.
Bei dem für das Verfahren relevanten Zeitraum gehe es um die Jahre 2005 bis 2009, auf der Basis der vorliegenden Unterlagen handele es sich ersten Schätzungen zufolge insgesamt um eine nicht gezahlte Steuersumme von rund 50.000 Euro, hießt es auf der Mönchengladbacher Homepage weiter. "Für mich ging es bei dieser Geldanlage nur um Sicherheit, nie darum, die Summe zu vermehren. Ich habe mich schlichtweg nicht um dieses Konto gekümmert", sagte Königs zu den Verdächtigungen.
Trotzdem sei das natürlich nicht zu entschuldigen. Der 70-Jährige sagte den Behörden bereits vollste Unterstützung bei der Aufklärung zu und betonte: "Ich werde für den entstandenen Schaden aufkommen und die fällige Steuernachzahlung so schnell wie möglich leisten."
Borussias Aufsichtsrat steht hinter Königs
Erst am Montag war die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt/Main von Beamten der Steuerfahndung durchsucht worden. Laut DFB hätten die Steuerfahnder Einsicht in Unterlagen aus dem Schiedsrichterbereich genommen. Hintergrund soll nach Angaben des DFB der Verdacht sein, dass in der Vergangenheit Schiedsrichter ihre Einnahmen möglicherweise nicht ordnungsgemäß versteuert hätten.
DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach legte Wert auf die Feststellung, dass es keinerlei Vorwürfe gegen den DFB selbst gebe. "Wir werden die Steuerbeamten bei den Ermittlungen selbstverständlich mit all unseren Möglichkeiten unterstützen. Die korrekte Versteuerung seiner Einnahmen obliegt jedem Schiedsrichter selbst", erklärte Niersbach.
Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, soll es sich bei der Aktion um ein abgestimmtes Vorgehen mehrerer Staatsanwaltschaften und Steuerfahndungen handeln. Razzien hätten auch bei mehreren Bundesliga-Schiedsrichtern stattgefunden, "vor allem in Süddeutschland". Die Verdachtslage umfasse knapp zwei Dutzend Personen, darunter einige prominente Bundesliga-Referees.
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