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Nach Kohle-Streit
Mibrag legt Neubau von Braunkohlekraftwerk auf Eis

Kohle-Streit: Mibrag legt Neubau von Braunkohlekraftwerk auf Eis
Die Mibrag wollte das Kraftwerk Profen in den Jahren 2017/18 ans Netz bringen. FOTO: dpa, pen lre
Halle. Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) legt den Bau eines Braunkohlekraftwerks bei Profen in Sachsen-Anhalt auf Eis. Unter den gegenwärtigen politischen Rahmenbedingungen sei es nicht möglich, ein Kraftwerk, für das 1,5 Milliarden Euro investiert werden und das 40 Jahre laufen sollte, wirtschaftlich zu betreiben.

Die Mibrag wollte das Kraftwerk Profen in den Jahren 2017/18 ans Netz bringen, sagte Mibrag-Geschäftsführer Joachim Geisler der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" vom Freitag. Um es mit Kohle zu versorgen, hatte das Unternehmen bereits begonnen, den Neuaufschluss eines Tagebaus bei Lützen vorzubereiten. Ob auch der damit vom Tisch ist, ließ Geisler offen. "Hier muss man die weitere Entwicklung abwarten", sagte er der Zeitung. Gegen beide Projekte hatte es im Burgenlandkreis in den vergangenen Jahren heftige Bürgerproteste gegeben.

Ein von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgelegtes Eckpunktepapier sieht vor, den jährlichen CO2-Ausstoß der deutschen Kraftwerke zur Stromproduktion bis 2020 um 22 Millionen Tonnen zu senken, um nationale Klimaschutzziele einzuhalten. Das Vorhaben könnte zur Abschaltung besonders klimaschädlicher Braunkohlekraftwerke oder zumindest einer Klima-Strafabgabe für diese führen.

Mibrag ist ein Bergbauunternehmen mit Hauptsitz in Zeitz in Sachsen-Anhalt. Das Unternehmen mit rund 3000 Beschäftigten fördert Braunkohle im Länderdreieck Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Es betreibt zudem drei Kraftwerke.

(AFP)
 
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