Datenskandal bei der Postbank: Konten von Politikern offenbar extern einsehbar
zuletzt aktualisiert: 28.10.2009 - 21:08Düsseldorf (RPO). Der Datenskandal bei der Postbank weitet sich offenbar aus. Laut Medienberichten lassen sich die Konten hochrangiger Politiker und Wirtschaftsgrößen ausspähen. Selbst Sparguthaben oder Aktiengeschäfte der prominenten Kunden sollen einsehbar sein.
Die Aufregung um den Missbrauch von Daten bei Kunden der Postbank hält an. Am Mittwoch hätten freie Finanzvermittler extern Kontostände und Kontenbewegungen einsehen können, berichtet "Welt Online". Die Bank hatte am Vortag versichert, dass sie Zugänge für die Handelsvertreter gesperrt habe.
„Einblicke wie beim Homebanking“
Laut Bericht hätten sich „sensible Daten hochrangiger Politiker und Wirtschaftsgrößen problemlos ausspähen” lassen. „Wir haben quasi den gleichen Einblick wie jeder Kunde bei seinem persönlichen Homebanking”, habe ein Vertreter dem Nachrichtenportal gesagt.
Der Innenausschuss des Düsseldorfer Landtages berät am Donnerstag über den Datenskandal bei der Postbank. Die SPD-Landtagsfraktion habe beantragt, den Datenskandal in dem Gremium zu besprechen. Das teilte der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Karsten Rudolph, am Mittwoch mit. Er forderte die Landesregierung auf, ihre Kenntnisse in dieser Angelegenheit dem Ausschuss mitzuteilen.
Zahlreiche Auszüge von Prominenten
Rudolph sagte, es sei „unerträglich, wenn ohne Wissen und Einwilligung von Millionen Bankkunden deren Kontobewegungen für alle möglichen Bankmitarbeiter verfügbar sind“. Wie viel Geld die Kunden wofür ausgeben, betreffe die Privatsphäre und dürfe nur mit einer Einwilligung bekanntwerden.
Die Zeitschrift "Finanztest" hatte zu Beginn der Woche offengelegt, dass die 4000 Mitarbeiter der Postbank Finanzberatung AG Zugriff auf Daten von Kunden hatten. Der Redaktion seien zahlreiche Kontoauszüge von Prominenten zugespielt worden, berichtete die Zeitschrift, die zur Stiftung Warentest gehört.
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