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Krankenkassen
Anstieg der Zusatzbeiträge trifft vor allem Arbeitnehmer

Krankenkassen: Anstieg der Zusatzbeiträge trifft vor allem Arbeitnehmer
Sozialverbände, SPD, Grüne und Linkspartei fordern seit langem, auch die Arbeitgeber am Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu beteiligen. FOTO: dpa, Daniel Karmann
Berlin. "Wir rechnen damit, dass wir bei vorsichtiger Schätzung in 2019 bei 1,8 Prozent sein werden", sagte die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Doris Pfeiffer.

Als Ursachen nannte sie hohe Kosten bei Arzneimitteln und für Krankenhäuser. "Wir haben zum Jahresbeginn eine durchschnittliche Steigerung um zwei Zehntel gehabt", sagte Pfeifer im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Für die kommenden Jahre sei damit zu rechnen, dass die Beiträge weiterhin in ähnlicher Größenordnung steigen würden, also erneut um jeweils rund 0,2 Prozent jährlich.

Die GKV-Vorstandsvorsitzende forderte eine Gesetzesänderung, um Preise vor allem für neue Arzneimittel zu begrenzen. Bei Krankenhäusern sollten Überkapazitäten besonders in Ballungsräumen abgebaut werden.

Bei den gesetzlichen Krankenkassen wird nur ein allgemeiner Beitragssatz von 14,6 Prozent je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert. Darüber hinausgehende Kosten müssen die Versicherten in Form von Zusatzbeiträgen alleine tragen. Diese betragen derzeit je nach Kasse zwischen 0,9 und 1,5 Prozent, der Durchschnittswert liegt bei etwa 1,1 Prozent. Sozialverbände, SPD, Grüne und Linkspartei fordern seit langem, auch die Arbeitgeber am Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu beteiligen.

Bundesregierung gelassen

Die Bundesregierung reagiert gelassen auf die Ankündigung der gesetzlichen Krankenkassen, die Zusatzbeiträge weiter anheben zu wollen. "Auch wir gehen in den kommenden Jahren von einem moderaten Preisanstieg aus", sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) am Freitag in Berlin. Konkrete Prognosen für das kommende Jahr würden aber im Oktober festgelegt – erst dann ließen sich nähere Aussagen treffen.

Der Ministeriumssprecher betonte allerdings, gemessen an den Gesamtausgaben der Kassen seien die Ausgaben für Arzneimittel zuletzt relativ konstant geblieben. Gleichzeitig verwies er auf den sogenannten Pharmadialog zwischen Politik, Industrie und Wissenschaft, der kurz vor dem Abschluss stehe. In einem Monat werde man erste Ergebnisse veröffentlichen können.

(gol/AFP)
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