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Gesundheitsreform: Krankenkassen bereiten neue Wahltarife vor

zuletzt aktualisiert: 03.02.2007 - 16:20

Berlin (RPO). Als Reaktion auf die Gesundheitsreform wollen die gesetzlichen Krankenkassen eine Fülle neuer Wahltarife anbieten. Die DAK will laut "Focus" den künftig erweiterten gesetzlichen Rahmen voll ausschöpfen und mehr als zehn neue Individualtarife einführen. Neun zusätzliche Tarife bereitet auch die Techniker Krankenkasse (TK) vor.

Die TK denkt auch an Selbstbehalte, die für höhere Einkommen größer sind als für niedrige. TK-Chef Norbert Klusen sagte dem Nachrichtenmagazin: "Da entsteht eine enorme Dynamik am Markt." Der Sprecher der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), Volker Bahr, stellte ein Angebot in Aussicht, mit dem der Versicherte seinen Beitragssatz auf annähernd zwölf Prozent drücken kann.

Auch die Örtlichen Krankenkassen wollen mitziehen. Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Hans Jürgen Ahrens, versprach "spürbare" Beitragsentlastungen durch Wahltarife, um das Abwandern von Versicherten zu verhindern. Dafür seien 0,5 Prozentpunkte eine Zielgröße.

Die 8,4 Millionen Privatversicherten müssen sich auf Grund der Reform nach Einschätzung des Verbandes der privaten Krankenversicherungen (PKV) auf Beitragserhöhungen von mehr als zehn Prozent einstellen. "Prämiensteigerungen im zweistelligen Bereich sind nach wie vor möglich", sagte Verbandsdirektor Volker Leienbach. "Alle Tarife müssen neu kalkuliert werden. Das gilt vor allem für das große Wechseljahr 2009."

Mit der Reform stehe den Privatversicherungen insgesamt weniger Geld zur Verfügung, rechnete Leienbach vor: "Heute zahlt derjenige, der seine Versicherung wechselt, die damit verbundenen Kosten. Künftig müssen dafür diejenigen aufkommen, die bleiben."

Als problematisch bezeichnete der PKV-Direktor auch die verpflichtende Einführung von Basistarifen. Sein Verband gehe davon aus, "dass unsere Mitgliedsunternehmen und ihre Versicherten nach eingehender Prüfung eine Reihe von Verfassungsklagen einreichen müssen", kündigte Leienbach an. "Die Politik donnert jetzt nicht mehr mit der Abrissbirne gegen die private Krankenversicherung, sondern versucht, uns Stein für Stein abzutragen."

Die Gesundheitsreform muss noch vom Bundesrat gebilligt werden, bevor sie zum 1. April in Kraft treten kann.

Quelle: ap

 
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