Opel-Betriebsrat warnt GM-Management: "Krieg ohne Gewinner"
zuletzt aktualisiert: 07.11.2009 - 09:30Berlin (RPO). Nach dem geplatzten Opel-Verkauf haben die europäischen Arbeitnehmer von General Motors das US-Management vor radikalen Einschnitten gewarnt. Sollte GM damit beginnen, im Alleingang europäische Werke zu schließen und Arbeitsplätze zu streichen, werde es einen Krieg geben, an dessen Ende nur Verlierer stünden.
Der Vize-Vorsitzende des Betriebsrats von GM Europe, Rudi Kennis, sagte am Samstag im Deutschlandfunk, das Management in Detroit müsse bereit sein, eine neue Unternehmenskultur innerhalb des Konzerns umzusetzen und Opel mehr Freiheiten einzuräumen. "Das muss es geben, denn sonst kommen wir in einen Krieg, wo kein Gewinner ist", sagte Kennis.
Der Gewerkschaftsboss warnte die Regierungen der betroffenen Länder davor, mit Staatshilfen in einen Bieterwettstreit für Opel-Standorte zu treten. "Das wäre nicht clever, wenn wir das machen würden, weil da kommen wir in ein Spiel, wo sich GM nur zurücklehnt und uns gegeneinander ausspielt", sagte Kennis. Die Regierungen müssten nun eng zusammenarbeiten und dürften sich nicht spalten lassen. Schließlich wolle das Management in Detroit nun "ganz tief schneiden und ein europäisches Blutbad organisieren" mit Hilfe von Steuergeldern. Da dürften die Regierungen nicht mitspielen, forderte Kennis.
Erst am Freitag hatte General Motors mitgeteilt, dass Europa-Chef Carl-Peter Forster seinen Posten räumen muss. Mit dem GM-Asienmanager Nick Reilly soll Medienberichten zufolge nun ein harter Sanierer das Ruder in die Hand nehmen. Damit wachsen die Sorgen der Belegschaft vor einem größeren Stellenabbau bei Opel als bislang angenommen. Die Ankündigung kam nur wenige Tage nach der überraschenden Entscheidung von GM, Opel nun doch nicht wie vereinbart an den kanadischen Zulieferer Magna zu verkaufen, sondern stattdessen selbst zu behalten.
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