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Hohe Rendite bei frühem Ableben: Kritik an "Todeswetten" der Deutschen Bank

zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 08:38

Frankfurt (RP). Der Deutschen Bank droht erneut Ärger wegen eines Wett-Produktes: Mit dem Fonds "Kompass Life 3" können die Kunden der Bank auf die Lebenserwartung von Menschen spekulieren.

Laut "Spiegel" kritisiert die Ombudsstelle des Deutschen Bankenverbandes das Produkt als "mit unserer Wertordnung, insbesondere der in ihrem Mittelpunkt stehenden Unantastbarkeit der menschlichen Würde, kaum in Einklang zu bringen". Ein Gericht müsse klären, ob die "Wette auf die Lebensdauer eines ausgewählten Personenkreises nicht gegen sich aus unserer Sittenordung ergebende Verhaltensverbote verstößt".

Zuvor hatte die Deutsche Bank bereits wegen ihrer Zinswetten massive Kritik einstecken müssen, mit denen unter anderem mehrere Kommunen in NRW teilweise Millionenverluste eingefahren haben. Die Deutsche Bank musste ihren Kunden teilweise Schadensersatz zahlen.

Beim "Kompass Life 3"-Produkt bot die Bank den Anlegern eine Art Wette auf die Restlebensdauer von rund 500 Personen an, die von einer "Tracking Company" regelmäßig kontaktiert werden. Das Produkt funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Je früher die sogenannten Referenzpersonen des Fonds sterben, desto höher ist der Gewinn für die Anleger.

Die Referenzpersonen im Alter von 72 bis 85 Jahren stellen regelmäßig ihre Gesundheitsdaten zur Verfügung. Auf deren Basis wird ihre verbleibende Lebensdauer errechnet. Rechtsanwalt Tilman Langer, der rund 30 Anleger des Fonds vertritt, nannte "Kompass Life 3" ein "makaberes Rechenspiel ohne jedes Investitionsobjekt". Anleger hatten gegenüber dem "Spiegel" angegeben, gar nicht genau gewusst zu haben, in was sie da investieren. Die Deutsche Bank dagegen teilte mit, "Anleger umfassend auf Chancen und Risiken hingewiesen" zu haben.

Auch andere Institute machen morbide Geschäfte mit Lebensversicherungen. Ein verbreitetes Geschäftsmodell unterscheidet sich allerdings in einem Punkt von den Todeswetten des Deutsche-Bank-Fonds: Die Institute kaufen konkrete Lebensversicherungen von Amerikanern auf, die ihre Police nicht mehr brauchen und lieber verkaufen, statt sie aufzulösen. Die Geldhäuser spekulieren auf hohe Ausschüttungen, wenn der Versicherte stirbt.

Quelle: RP/pst/csi


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