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Über 3000 Stellen werden gestrichen: Kündigungen im großen Stil bei T-Systems

zuletzt aktualisiert: 07.05.2009 - 15:34

Hamburg (RPO). Die Deutsche Telekom ist im ersten Quartal wegen einer Berichtigung des Firmenwertes der britischen T-Mobile-Tochter tief in die roten Zahlen gerutscht. Unterdessen bestätigte ein Sprecher der Geschäftskundensparte T-Systems einen Bericht, wonach mehr als 3000 Stellen bei der angeschlagenen Konzerntochter gestrichen werden sollen.

Spitzelaffäre bei der Telekom: "Da haben einige ganz schön große Augen gemacht."  Foto: ddp, ddp
Spitzelaffäre bei der Telekom: "Da haben einige ganz schön große Augen gemacht." Foto: ddp, ddp

Wie das Unternehmen am Donnerstag in Bonn mitteilte, summierte sich der Fehlbetrag bei der Deutschen Telekom nach Anteilen Dritter auf 1,12 Milliarden Euro, nach einem Gewinn von 924 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Zugleich bekräftigte das Unternehmen seinen Ausblick für 2009.

Zuvor hatte die "Financial Times Deutschland" berichtet, dass T-Systems bis Ende des Jahres in Deutschland mehr als 3000 Stellen streichen will. Dagegen erklärte der Sprecher, dass die Umbaupläne nicht neu, sondern bereits 2007 beschlossen worden seien. Ob es auch betriebsbedingte Kündigungen geben werde, sei noch unklar.

Die Wertberichtigung für T-Mobile UK begründete der Mutterkonzern Telekom mit dem konjunkturellen Umfeld sowie dem verschärften Wettbewerb in Großbritannien. Insgesamt wurden die Korrekturen auf etwa 1,8 Milliarden Euro beziffert. Damit bestätigten sich Angaben von Finanzvorstand Timotheus Höttges aus der vergangenen Woche.

Kennzahlen bestätigt

Zugleich bestätigte der Konzern die vor zwei Wochen veröffentlichten vorläufigen Kennzahlen. Demnach erzielte die Telekom im ersten Quartal unter Einbeziehung der seit 1. Februar voll konsolidierten griechischen OTE ein Umsatzplus von 6,2 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 2,7 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Trotz des Quartalsverlust rechnet die Telekom mit einem positiven Nettoergebnis nach Minderheiten im Gesamtjahr.

Erstmals gab die Telekom für 2009 einen Ausblick inklusive OTE. Demnach solle OTE im laufenden Jahr rund zwei Milliarden zum Ebitda beisteuern. Die jüngst wegen der starken Konjunkturabkühlung und dem verschärften Wettbewerb insbesondere in den USA und Großbritannien gesenkte Prognose ohne Berücksichtigung von OTE wurde am Donnerstag bestätigt. Demnach erwartet die Telekom 2009 auf dieser Basis ein bereinigtes Ebitda um zwei bis vier Prozent unter dem Vorjahreswert von rund 19,5 Milliarden Euro.

Wie die Telekom weiter mitteilte, hatte der Konzern Ende März rund 148,4 Millionen Mobilfunkkunden. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies auf Pro-Forma-Basis, also inklusive OTE, einem Plus von 6,8 Prozent. Während beim Nettoneukundengeschäft im ersten Jahresviertel vor allem durch OTE Kunden gewonnen worden seien, habe sich in Märkten wie etwa Deutschland und Großbritannien unter dem Strich ein Minus ergeben. In den USA verbuchte T-Mobile in den ersten drei Monaten netto 415 000 neue Kunden.

Die Zahl der Breitbandanschlüsse kletterte den Angaben zufolge, ebenfalls auf Pro-Forma-Basis, gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent auf knapp 17 Millionen, die der Festnetzanschlüsse sank dagegen um 7,5 Prozent auf 40,3 Millionen.

An der Börse führten die Zahlen zu Gewinnen bei den Papieren. Diese kletterten bis zum Nachmittag um 1,0 Prozent auf 8,38 Euro.

Quelle: AFP

 
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