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Kunst und Kultur als positive Wirtschaftsfaktoren: Kultur wird wichtiger Schrittmacher der Standortpolitik

zuletzt aktualisiert: 05.09.2003 - 09:54

Düsseldorf (rpo). Das Jüdische Museum in Berlin, der Museum Kunst Palast in Düsseldorf oder das Tesa-Filmfestival in Hamburg – Kulturstätten und Kulturereignisse faszinieren. Deutschland verfügt wie kein anderes Land über ein vielfältiges und reiches Kulturangebot an Museen, Theatern und Bildener Kunst, aber kaum eines der Institutionen oder Ereignisse könnte existieren, wenn die Wirtschaft sie nicht finanzieren würde. Kunst wird aber nicht nur den Kunstliebhabern zuliebe wichtig für die Wirtschaft, Kunst ist für Unternehmen inzwischen ein bewußter Bestandteil der Unternehmenspolitik.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat im Juli die Studie "Partnerschaft Kultur und Wirtschaft“ vorgelegt, die zeigt, dass Kultur und kulturelles Engagement in den Regionen immer mehr zum Schrittmacher der Standortpolitik wird. Und: Laut DIHK sind die wirtschaftlichen Potenziale der Kulturpolitik bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Nach den Ergebnissen der Studie bekommt Kulturförderung einen immer größeren Stellenwert bei Unternehmen sowie unternehmerischen Organisationen. Kunst und Kultur sind als positive Wirtschaftsfaktoren von Wirtschaft und Politik anerkannt. Für 90 Prozent der Unternehmen, die sich in Deutschland bisher fördernd engagierten, werden kulturelle Anliegen als gewinnbringende Investition für Unternehmensimage und Unternehmensidentität genutzt.

Die IHKs in Deutschland setzen sich dabei in verstärktem Maße als Vermittler zwischen den Kulturträgern, Kulturschaffenden und den Unternehmen der Gewerblichen Wirtschaft ein. Ihr Engagement für die Kulturarbeit begründen die Handelskammern damit, dass Arbeitsplatz- und Standortwechsel zunehmend auch unter dem Blickwinkel getroffen werden, welche kulturellen Angebote vor Ort anzutreffen sind und welche Möglichkeiten vorhanden sind, kulturell an einer Stadt oder Region teilzunehmen. Auch für die Tourismuspolitik wird der Ausbau der Kulturszene in den Regionen zu einem zentralen Anliegen.

Bei der Standortsuche eines Unternehmens spielen nach wie vor harte wirtschaftliche Fakten wie Steuern und Abgabelasten oder Verkehrsanbindungen eine Rolle. Aber die Unternehmen schauen vermehrt auch auf so genannte weiche Faktoren, wie zum Beispiel Wohnqualität, Kindergartenplätze, das Freizeitangebot und das kulturelle Umfeld einer Stadt. So schlägt sich die Kultur indirekt auf die Standortwahl nieder. Image und Ruf einer Region können so einen Ausschlag für die Wirtschaftsansiedlung geben, denn dort wo Lebenskultur in der Luft liegt, läßt sich besser und leichter arbeiten.

Der Studie zufolge haben sich überdies inzwischen in vielen Regionen hoch spezialisierte Unternehmen etabliert, ohne die der Kulturbetrieb in Deutschland nicht lebensfähig ist. Unternehmen der Musikbranche, von Theaterangeboten und Film sind inzwischen Teil eines Branchenmix, der in den Regionen wirtschaftliches Handeln und kulturelles Schaffen ermöglicht, fördert und verbindet. Auf diesen unternehmerisch-kulturellen Sachverstand wollen die IHKs zurückgreifen und ihn für weitere Existenzgründungen nutzbar machen.

Da bei leeren Kassen sich der Staat häufig zuerst aus dem Kulturbereich zurückzieht, müssen kulturelle Einrichtungen vermehrt auf private Finanzierungen zurückgreifen. Kunst und Kultur sind demnach in zunehmenden Maße auf die Wirtschaft angewiesen, aber umgekehrt ist auch die Wirtschaft auf die Kunst angewiesen. Denn für die Unternehmen ist das Kultursponsoring als Instrument der Marktkommunikation interessant. Denn neben dem Produkt oder der Dienstleistung sind vor allem gezielte Kommunikationsaktivitäten der Unternehmen am Markt und in der Öffentlichkeit verantwortlich.


 
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