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ARD und ZDF sollen rein gebührenfinanziert sein: Kulturstaatsminister fordern Ende von Werbung

zuletzt aktualisiert: 22.05.2010 - 12:38

Bremen (RPO). Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und sein Vorgänger, der heutige "Cicero"-Chefredakteur Michael Naumann, fordern ein baldiges Ende von Werbung und Sponsoring im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. "Ich bin klar dafür, dass auf Sponsoring und Werbung verzichtet wird", sagte Neumann in einem Interview.

"Die Sender müssen sich entscheiden, ob sie sich über Gebühren finanzieren oder anderweitig", ergänzte Naumann in dem gemeinsamen Interview gegenüber dem "Weser-Kurier" (Sonntagausgabe). 

Um die Konkurrenz zwischen den Anstalten beim Wegfall der Werbung anzustacheln, schlagen beide vor, die Gebührenzahlungen an Quoten zu koppeln. "Man könnte ja die finanzielle Verteilung zwischen ARD und ZDF auch ein wenig nach den Zuschauerzahlen ausrichten, also die Gebühren auch ein Stück kompetitiv machen", sagte Neumann. Der amtierende Kulturstaatsminister möchte zudem verhindern, dass die Öffentlich-Rechtlichen mit dem Internet "eine dritte Säule" haben und damit den Markt verzerrten oder sogar für sich vereinnahmten.

ÖR sollen nur bedingt ins Internet

"Natürlich kann man dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der ja eine hohe Informationskompetenz hat, neue Wege wie das Internet nicht völlig verschließen. Aber man kann den Aktionsradius auf das erforderliche Maß beschränken", sagte Neumann. Er warf der Politik vor, in der Diskussion über mögliche Einschränkungen befangen zu sein: "Sie müssen sehen, dass alle politischen Parteien Mitglieder der Aufsichtsräte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten stellen. Wenn es darauf ankommt, ist die Stimmung dort eher für die Anstalten."

Neumann kündigte zudem an, alles dafür zu tun, um das Lesen von gedruckten Zeitungen und Büchern als eine "ganz wesentliche Kulturtechnik" auch in Zukunft zu ermöglichen. "Es wäre schlimm, wenn sich die Rezeptionsgewohnheiten künftig völlig auf das Internet verlagern würden. Das würde eine andere Kultur nach sich ziehen - und dementsprechend auch andere Kulturtechniken."

Quelle: DDP/felt

 
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