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HSH Nordbank: Landesbank schenkt US-Bank offenbar Millionen

zuletzt aktualisiert: 21.09.2009 - 08:32

Hamburg (RPO). Die HSH Nordbank hat einem Medienbericht zufolge 45 Millionen Dollar (31 Millionen Euro) an die US-Investmentbank Goldman Sachs gezahlt, obwohl sie nicht dazu verpflichtet war.

Nach Informationen des Radiosenders NDR Info vom Montag hatten sowohl die Rechtsabteilung der HSH Nordbank als auch eine renommierte internationale Anwaltskanzlei festgestellt, dass Ansprüche von Goldman Sachs an die Landesbank verfallen waren und die HSH Nordbank nicht hätte zahlen müssen. In Bankkreisen wurde die Zahlung als "Geschenk" bezeichnet.

Hintergrund ist dem Bericht zufolge ein Geschäft mit Kreditausfallversicherungen, in Fachkreisen "Credit Default Swaps" (CDS) genannt: Goldman Sachs hatte sich demnach bei der HSH gegen Kreditausfälle von Lehman Brothers versichert. Nach der Lehman-Pleite im September 2008 hätte die Landesbank eigentlich zahlen müssen. Doch Goldman Sachs habe die Frist um mehr als drei Wochen verpasst. Dass die HSH Mitte November 2008 dann doch zahlte, hätten Topmanager als "außergewöhnlich" und "unüblich" bezeichnet.

Banksprecher Rune Hoffmann bestätigte dem Radiosender den Vorgang. "Ob der Anspruch tatsächlich verwirkt war, hätte juristisch geklärt werden müssen", räumte er ein. Bis dahin hätten Marktgerüchte, die Bank würde CDS-Ansprüche nicht bedienen, schweren Schaden für die Reputation und für die Refinanzierung der Bank haben können. Dieses Risiko sollte vermieden werden.

Die HSH Nordbank weigert sich dem Bericht zufolge offenzulegen, welche Vorstände an der Entscheidung beteiligt waren. Kapitalmarktvorstand sei zum fraglichen Zeitpunkt Jochen Friedrich gewesen, der auch heute noch dieses Amt bekleidet. Zuständig für Finanzen sei Dirk Jens Nonnenmacher gewesen, der eine Woche später, am 17. November 2008, Vorstandsvorsitzender wurde.

Quelle: DDP/sdr

 
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