Bank leidet unter Finanzmarktkrise: LBBW verliert 144 Millionen Euro
zuletzt aktualisiert: 28.08.2008 - 13:25Stuttgart (RPO). Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat im ersten Halbjahr einen Verlust von 144 Millionen Euro verbucht. Als Grund für das Minus nannte die größte deutsche Landesbank am Donnerstag in Stuttgart neben den Belastungen durch die Finanzmarktkrise auch die Kosten für die Integration der Sachsen LB und der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) in das Institut.
Das operative Ergebnis der LBBW betrug in den ersten sechs Monaten 12 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 647 Millionen Euro. Die vom US-Hypothekenmarkt ausgehende Finanzmarktkrise habe sich in den ersten Monaten des Jahres deutlich stärker ausgewirkt als im zweiten Quartal, erklärte die Bank. Im ersten Halbjahr habe es Ergebnisbelastungen in Höhe von 678 Millionen Euro gegeben.
Davon betrafen 464 Millionen Euro Wertminderungen auf faule US-Hypothekenkredite. Hier spiegelte sich laut Mitteilung auch die Übernahme der Sachsen LB wider, die zu einer Erhöhung des Bestands an diesen sogenannten strukturierten Produkten (ABS) auf rund 27 Milliarden Euro führte. Zudem seien Bewertungskorrekturen von 214 Millionen Euro bei Kreditausfallversicherungen notwendig gewesen.
Für das laufende Jahr erwarte die Bank ein Ergebnis in einer Größenordnung des Vorjahres, sofern sich die Finanzmärkte nicht wesentlich verschlechterten, berichtete das Institut. Im vergangenen Jahr war der Jahresüberschuss wegen der Finanzmarktturbulenzen bereits um 66,6 Prozent auf 311 Millionen Euro eingebrochen.
Weitere Übernahmen nicht ausgeschlossen
LBBW-Vorstandschef Siegfried Jaschinski schloss in der Diskussion um die Neuordnung der Landesbanken Übernahmen nicht aus. "Auch zukünftig werden sowohl organisches als auch anorganisches Wachstum mögliche Handelsoptionen darstellen."
Die LBBW hatte im vergangenen Sommer die ins Trudeln geratene Sachsen LB übernommen. Unter dem neuen Namen Sachsen Bank wird den Angaben zufolge seit April das mittelständische Firmenkundengeschäft der früheren ostdeutschen Landesbank und der BW-Bank gebündelt. Jaschinski sagte, die Finanzmarktkrise habe nochmals verdeutlicht, dass die schon lange vorher eingeleitete Weichenstellung zum Ausbau des Kundengeschäfts strategisch richtig sei.
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