Krisensitzung: Lehman Brothers ringt um Finanzhilfen
zuletzt aktualisiert: 14.09.2008 - 13:11Washington (RPO). In Krisensitzungen haben Vertreter der US-Notenbank und des Finanzministeriums am Wochenende mit mehreren Banken über das Schicksal der schwer angeschlagenen US-Investmentbank Lehman Brothers beraten. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie die Rettung finanziert werden kann. Wie verlautete, galten die Bank of America und die britische Bank Barclays als interessierteste Käufer.
Zu dem Treffen in New York kamen Finanzminister Henry Paulson und ranghohe Vertreter großer Finanzinstitutionen zusammen. Darunter war auch der Vorsitzende der US-Börsenaufsicht SEC, Christopher Cox, wie Fed-Sprecherin Michelle Smith mitteilte.
Das "Wall Street Journal" berichtete auf seiner Website, auch die Chefs von Morgan Stanley und Merrill Lynch, John Mack und John Thain, seien zu der Sitzung erschienen.
Aus Kreisen des Finanzministeriums verlautete, Paulson habe sich gegen finanzielle Unterstützung der Regierung für Lehman Brothers ausgesprochen.
Genau dies fordern aber andere Investmentbanken, die Lehman Brothers nicht zur Seite springen wollen. Die Banken hätten darauf verwiesen, dass die Regierung auch im März JPMorgan Chase bei der Übernahme von Bear Stearns geholfen habe.
Die Aktie der Traditionsbank Lehman Brothers hatte am Donnerstag noch einmal 40 Prozent verloren, nachdem Analysten den Rettungsplan des Managements mit großer Skepsis aufgenommen hatten. Viele Experten glauben nicht mehr, dass die Bank überleben kann.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück rief die US-Behörden auf, bis Sonntagabend eine Lösung für die Zukunft von Lehman Brothers zu finden. "Wir erwarten, dass eine Lösung vorliegt, bevor die asiatischen Märkte am Montag aufmachen", sagte Steinbrück am Samstag am Rande von Beratungen der EU-Finanzminister in Nizza.
Der Fall Lehman Brothers zeige, dass die internationale Finanzmarktkrise noch nicht ausgestanden sei, fügte der Bundesfinanzminister hinzu. "Die Nachrichten, die aus den USA kommen, sind schlecht."
Diejenigen, die voreilig von Licht am Ende des Tunnels gesprochen hätten, müssten nun feststellen, "dass das in Wirklichkeit der entgegenkommende Zug war", sagte Steinbrück.
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