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Kräftiger Gewinnsprung: Lichtblick bei HypoVereinsbank

zuletzt aktualisiert: 04.05.2005 - 15:47

München (rpo). Bei der HypoVereinsbank geht es wieder bergauf. Nach Milliardenverlusten der Vergangenheit haben sie im ersten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben und damit selbst die Experten der Finanzbranche überrascht.

Mit einem Vorsteuergewinn von 565 Millionen Euro in den ersten drei Monaten steigerte das Bankhaus sein Ergebnis im Vorjahresvergleich um fast 175 Prozent. Neben besseren Erträgen, zahlte sich dabei vor allem die deutlich geringere Kreditrisikovorsorge aus.

Vorstandschef Dieter Rampl wertete den Start ins neue Geschäftsjahr am Mittwoch in München als Erfolg: "Die HVB Group ist als Bank für Privat- und Firmenkunden in Deutschland, Österreich sowie Zentral- und Osteuropa richtig aufgestellt." Alle Geschäftsfelder lieferten wesentliche Ergebnisbeiträge. Die in der Branche wichtige Eigenkapitalrendite vor Steuern verdoppelte sich von 7,1 auf 15,9 Prozent. Sie liegt damit aber im ersten Quartal nur gut halb so hoch wie beim Marktführer Deutsche Bank.

Im seit Jahren schwächelnden Deutschland-Geschäft wies die HypoVereinsbank nach einem Betriebsergebnis von 18 Millionen Euro im gesamten Vorjahr nun einen Quartalsgewinn von 203 Millionen Euro aus. Hintergrund ist jedoch vor allem die Überführung aller Sanierungsfälle des deutschen Immobilienfinanzgeschäfts in eine Restrukturierungssparte des Konzerns: Dies führte im Inlandgeschäft zu einer erheblich niedrigeren Kreditrisikovorsorge. Insgesamt sank die Vorsorge für Problemkredite nach den hohen Wertberichtigungen der beiden vorangegangenen Jahre konzernweit um ein Drittel auf 323 Millionen Euro im ersten Quartal.

Beim lukrativen Österreich- und Osteuropageschäft konnte die Bank ihr Betriebsergebnis um rund 45 Prozent auf 223 Millionen Euro steigern. Insgesamt verbesserte der Bankenkonzern dank wieder anziehender Kapitalmärkte sein Handelsergebnis um 21,5 Prozent auf 322 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss im Geldgeschäft wuchs um 9,2 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

Die HVB bekräftigte ihre Prognose, die Eigenkapitalrendite 2005 deutlich verbessern zu wollen. Allerdings wirkten sich in Deutschland die schwachen Konjunkturaussichten und die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit bremsend auf die Nachfrage nach Finanzdienstleistungen aus.

Abschreibungen brachten Milliardenverluste

Im vergangenen Jahr hatte das Münchner Bankhaus die Anleger erneut mit Milliardenverlusten schockiert. Der Konzern hatte zum Jahresende hohe Abschreibungen und Wertberichtigungen bei seinen Immobiliengeschäften in die Bilanz eingestellt: Für 2004 ergab sich dabei trotz eines Betriebsgewinns von 1,4 Milliarden Euro unter dem Strich ein Konzernverlust von 2,3 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte die Bank ebenfalls wegen hoher Wertkorrekturen einen Rekordverlust von 2,6 Milliarden Euro ausgewiesen.

Im Februar hatte Rampl einen weiteren Abbau von bis zu 2.400 Arbeitsplätzen angekündigt, nachdem der Bankenkonzern in den vergangenen Jahren bereits mehr als 11.000 Stellen gestrichen hatte. Vergangene Woche sorgte der HVB-Chef erneut für Aufregung, als er in einem Zeitungsinterview überraschend die italienische Unicredito als Fusionspartner in Spiel brachte. Entgegen früheren Aussagen gab sich Rampl dabei bei einer möglichen Fusion auch mit einer Rolle als Juniorpartner für seine Bank zufrieden.

Quelle: ap

 
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