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Hypo Real Estate: Lob für Übernahmeangebot des Bundes

zuletzt aktualisiert: 09.04.2009 - 14:25

Berlin (RPO). Aktionärsschützer haben das Übernahmeangebot des Bundes für die Hypo Real Estate einhellig gelobt. "Kleinaktionäre sollten jetzt verkaufen", sagte Lothar Gries von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Der Aufschlag von 13 Prozent gegenüber dem letzten Börsenkurs sei "sehr großzügig". Ohne Staatsgarantien wäre die Bank schon pleite und die Aktie wertlos.

Auch Marco Cabras von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) riet zum Verkauf: "Mangels Alternative ist das ein attraktives Angebot." Es sei "nett, dass der Bund noch einen Schnaps drauf legt und ein bissl mehr bietet".

Wer auf einen höheren Preis später spekuliere, könne leicht auf die Nase fallen: Bei den Abfindungen würde der Ertragswert der Bank zugrundegelegt, und der sei bei Null, erklärten die beiden Sprecher. "Wer verkaufen will, sollte das jetzt tun", sagte Cabras. Über die Einzelheiten würden die Aktionäre von ihren Banken informiert, sie müssten also nicht selbst aktiv werden.

Verstaatlichung auch ohne Enteignung

Cabras sagte, wenn der Bund über 50 Prozent der HRE-Aktien bekomme, "dann hat er's im Grunde geschafft". Dann werde er aller Voraussicht nach über eine Hauptversammlung auch ohne Enteignung 100 Prozent erreichen. "Das hängt dann nicht mehr an Flowers", dem verbliebenen Großaktionär aus den USA. Gries bezeichnete das Übernahmeangebot von 1,39 Euro je Aktie ein Signal, dass der Bund eine ordnungspolitisch falsche Enteignung vermeiden wolle: "Die meisten Kleinaktionäre werden verkaufen. Dass der Bund über 50 Prozent bekommt, steht außer Frage", sagte der Aktionärsschützer.

"Alles ist besser als Enteignung"

Der Bund hält bereits 8,7 Prozent der HRE-Anteile und hätte mit 50 Prozent die notwendige Mehrheit, um auf einer Hauptversammlung einen Kapitalschnitt und eine Kapitalerhöhung um mehrere Milliarden Euro zu beschließen, wie Cabras erklärte. Danach wäre der Bund wahrscheinlich bei 95 Prozent und könnte damit laut Aktiengesetz alle verbliebenen Aktionäre ausschließen, auch Flowers. Ein Großaktionär drängt bei einem solchen "Squeeze Out" die verbliebenen Minderheitsaktionäre gegen eine Zwangsabfindung heraus. Es hat nichts mit einer staatlichen Enteignung zu tun.

"Alles ist besser als eine Enteignung. Das muss tabu bleiben!" forderte DSW-Sprecher Cabras. Er kritisierte, dass sich "der Bund seine eigenen Regeln gegossen" und "eine Drohkulisse aufgebaut" habe. Aber das Übernahmeangebot "zeigt, dass der Bund versucht, Kapitalmarkt und Aktionäre nicht komplett zu verärgern."

Quelle: AP

 
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