Experten: Lokführerstreik kostete Wirtschaft 500 Millionen Euro
zuletzt aktualisiert: 31.03.2008 - 06:28Düsseldorf (RPO). Der Lokführerstreit hat der Wirtschaft einem Pressebericht zufolge einen Schaden von rund 500 Millionen Euro beschert. Die Montag will ihre Kostenrechnung heute auf ihrer Bilanzpressekonferenz bekannt geben.
Das "Handelsblatt" beruft sich in seinem Bericht auf Berechnungen des Vorsitzenden des Vereins für Socialpolitik, Friedrich Schneider. Aus Sicht des Arbeitsmarktökonomen Schneider ist der Schaden "beträchtlich", wie es weiter heißt.
Auch wenn die Schadenssumme mit deutlich weniger als einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes nur einen verschwindend kleinen Teil der deutschen Wirtschaftsleistung betrage, seien die Einbußen groß. "Viele Unternehmen, die auf die Deutsche Bahn angewiesen sind, mussten Produktionsunterbrechungen und vor allem -ausfälle hinnehmen", sagte Schneider.
Nach Berechnungen des Experten kostet ein Streiktag im flächendeckenden Güterverkehr die deutsche Volkswirtschaft zwischen 35 und 45 Millionen Euro. Laut DB dauerte der Streik im Schienengüterverkehr acht Tage, so dass er allein in diesem Bereich bis zu 360 Millionen Euro Schaden verursacht hat. Hinzu kämen bei einer Streikdauer ab sieben Tagen 20 bis 30 Millionen Aufräumkosten und Kosten der Wiederaufnahme der Produktion in der Wirtschaft und des Bahnbetriebes, sagte Schneider.
Neben Firmen litten auch Privatpersonen unter der Arbeitsniederlegung: An zehn Tagen streikten die Lokführer im Nah- und Regionalverkehr, an sieben Tagen im Fernverkehr. Die Fahrtausfälle im Nah- und Regionalverkehr seien zwar zu vernachlässigen, weil der Ausfall der Bahn beispielsweise Taxiunternehmen zugute gekommen sei, sagte Schneider. Der Streik im Fernverkehr aber schlage mit etwa hundert Millionen Euro zu Buche, weil Konferenzen, Messen und andere Geschäftstermine hätten abgesagt werden müssen.
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