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"Gesellschafter statt angestellter Manager": LTU-Chef Marbach will Air-Berlin-Anteil kaufen

VON THOMAS REISENER - zuletzt aktualisiert: 28.03.2007 - 07:25

Düsseldorf (RP). Der Chef der Fluggesellschaft Air Berlin, Joachim Hunold, zahlt 140 Millionen Euro an die beiden LTU-Eigentümer Hans Rudolf Wöhrl (55 Prozent) und Jürgen Marbach (45 Prozent). Letzterer kündigte gegenüber unserer Redaktion an, dass er Anteile von Air Berlin kaufen wolle.

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Mit dem Kauf der LTU-Anteile übernimmt Air Berlin neben einem nach vielen defizitären Jahren erst seit kurzem wieder schwach profitablen Luftfahrtunternehmen auch dessen Schulden in Höhe von 200 Millionen Euro. Damit steigen die Air-Berlin-Außenstände auf schwindelerregende 500 Millionen Euro an.

Nach Ansicht von Joachim Hunold überwiegen gleichwohl die Vorteile eines Kaufs. „Zum einen hat die LTU den Turnaround geschafft“, sagte Hunold gestern unserer Zeitung, „zum anderen können wir jetzt erstmals auch Langstrecken anbieten.“

Die Börse teilte diese Argumentation: Die Air-Berlin-Aktie legte kräftig zu. Nachdem Hunold seine immer schon auf Europa-Strecken starke Air Berlin im vergangenen August um den Deutschland-Flieger dba bereichert hatte, war der Erwerb eines Langstreckenfliegers aus Sicht der Anleger nur folgerichtig, „Damit kehre ich zu meinem Wurzeln zurück“, sagte Hunold. Er selbst ist Düsseldorfer und hat sich in den 1980er Jahren bei der damals noch gesunden LTU hochgearbeitet.

Finanzieren will Air Berlin den Kauf vor allem über sechs Millionen neue Aktien. Zusammen mit einer besonderen Form von Anleihe, die Hunold zusätzlich platzieren will, sollen 250 Millionen Euro in die Kasse der Gesellschaft kommen.

LTU-Geschäftsführer Jürgen Marbach will einen Großteil seines Verkaufserlöses in die neuen Air-Berlin-Aktien zu investieren. „So ein bis zwei Prozent von Air Berlin sollten mir schon gehören“, sagte Marbach mit der Begründung: „Ich will nicht einfach nur ein angestellter Manager sein, sondern ein bisschen auch meine Rolle als Gesellschafter behalten.“ Nach Angaben von Marbach haben die ersten Verhandlungen zwischen Hunold und Wöhrl, der zuvor schon seine dba an Air Berlin verkauft hatte, erst im Januar diesen Jahres begonnen.

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In Europa ist Air Berlin jetzt die Nummer vier im Fluggeschäft. In Deutschland dreht sich seit gestern alles nur noch um drei große Fluggruppen: Neben dem Branchenführer Lufthansa spielen noch Air Berlin und TUIfly eine nennenswerte Rolle.

Zusammen mit dem LTU-Deal kündigte Hunold gestern auch eine neue Partnerschaft mit der Fluggesellschaft Condor an: Die Tochter des zum Karstadt-Konzern gehörenden Reiseanbieters Thomas Cook und Air Berlin wollen künftig gegenseitig ihre Flugtickets vermarkten.

Angesichts der weitreichenden Neuigkeiten aus dem Hause Air Berlin gerieten die neuen Unternehmenszahlen gestern beinahe in Vergessenheit: Nach zwei Verlustjahren hat das seit Mai börsennotierte Unternehmen im vergangenen Jahr mit 50,1 Millionen Euro den höchsten Gewinn seiner Geschichte gemacht.


 
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