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Luftfahrtmesse in Farnborough
Richard Branson verschafft Airbus ersten Großauftrag

Luftfahrtmesse in Farnborough: Richard Branson verschafft Airbus ersten Großauftrag
Richard Branson (links) lauscht der Rede des britischen Premiers David Cameron bei der Luftfahrtmesse in Farnborough. FOTO: dpa, hm pt
Farnborough. Der Flugzeugbauer Airbus hat den ersten Großauftrag auf der Luftfahrtmesse in Farnborough ergattert. Die Fluggesellschaft des britischen Milliardärs Richard Branson, Virgin Atlantic, bestellte zum Messeauftakt am Montag zwölf Exemplare von Airbus' jüngstem Großraumjet in der Langversion A350-1000.

"Die Maschine wird bei uns vor allem Boeings Jumbo-Jet 747 ersetzen", sagte Craig Kreeger, der Virgin Atlantic operativ führt. Laut Preisliste haben die Jets einen Gesamtwert von 4,3 Milliarden Dollar (3,9 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugkäufen hohe Rabatte üblich. Vier der zwölf Maschinen will Virgin Atlantic beim Flugzeugfinanzierer ALC leasen.

Zittern muss Airbus weiterhin um Virgins Bestellung von sechs Riesenfliegern vom Typ A380. "Wir denken weiter daran, die A380 irgendwann einzusetzen", sagte Kreeger. Fest zusagen wollte er das aber nicht. "Wir behalten unsere Kaufoption." Airbus ringt seit Jahren um neue Aufträge für den weltgrößten, aber inzwischen wenig gefragten Passagierjet.

Am Morgen hatte ALC bei Airbus drei A350 in der Standardversion sowie einen Mittelstreckenjet vom Typ A321 geordert.

Der US-Rivale Boeing meldete indes Vorverträge für größere Flugzeugbestellungen aus China. So stellte Donghai Airlines den Kauf von fünf "Dreamliner"-Langstreckenjets in der etwas längeren Version 787-9 in Aussicht. Hinzu kommen sollen 25 Exemplare des modernisierten Mittelstreckenjets 737-MAX-8. Der Auftrag käme auf einen Gesamtwert von vier Milliarden Dollar nach Listenpreisen.

Die zu China Southern Airlines gehörende Fluggesellschaft Xiamen kündigte den Kauf von bis zu 30 Mittelstreckenjets in der Billigflieger-Version 737-MAX-200 an - mit einem gesamten Listenpreis-Wert von 3,4 Milliarden Dollar.

Eine verbindliche Bestellung kam von der britischen Bank Standard Chartered: Als Flugzeugfinanzierer orderte sie zehn Boeing-Mittelstreckenjets vom Typ 737 im Wert von knapp einer Milliarde Dollar.

Airbus sieht große Zukunft für Flugzeugmarkt

Airbus erwartet in den kommenden zwanzig Jahren einen noch stärker wachsenden Bedarf an Passagier- und Frachtjets. Bis zum Jahr 2035 würden weltweit voraussichtlich 33.070 neue Verkehrsflugzeuge benötigt, sagte Airbus-Verkaufschef John Leahy am Montag auf der Luftfahrtmesse in Farnborough bei London. Das sind rund 500 Maschinen mehr als bei der letzten Prognose im vergangenen Jahr vorausgesagt - und entspricht nach Listenpreisen insgesamt einem Gesamtwert von 5,2 Billionen Dollar. Konkurrent Boeing geht sogar von 39.620 benötigten Flugzeugen aus, berücksichtigt im Gegensatz zu Airbus dabei aber auch kleinere Regionaljets.

Ganz unterschiedlich schätzen die Flugzeugbauer die Zukunft der ganz großen Jets wie dem doppelstöckigen Airbus A380 oder dem Jumbo-Jet Boeing 747-8 ein. Während Boeing damit rechnet, dass in den kommenden zwei Jahrzehnten gerade noch 530 Maschinen dieser Größe benötigt werden, sagt Airbus mit 1480 Flugzeugen einen fast dreimal so hohen Bedarf voraus. Beide Hersteller ringen seit Jahren um Bestellungen für ihre größten Flugzeugtypen. Leahy baut aber darauf, dass die Nachfrage nach dem Modell A380 wieder anzieht.

Der Großteil des Bedarfs dürfte laut Prognosen beider Hersteller auf Mittelstreckenjets wie den Airbus A320neo und die Boeing 737-MAX entfallen. Im Langstreckengeschäft ging der Trend zuletzt stärker zu mittelgroßen Jets mit zwei Triebwerken wie Boeings 787 "Dreamliner", dem langjährigen Verkaufsschlager 777 und dem Airbus A350, die sich auf weniger gefragten Strecken rentabel einsetzen lassen.

(felt/dpa)
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